* Startseite     * Archiv     * Kontakt     * Abonnieren






Meine Homepage

* Themen
     Seefahrtsepilogen
     Seefahrtsepilogen
     Seefahrtsepilogen


Webnews







Die Gloreichen Vierzehn des Seemannsheim.

… und da waren nur noch zwei.

Auszug aus meinem Manuskript N°10: VON ANDERN GESICHTEN UND EPILOGE. Bremen 2006

 Die Seemannshäuser der Seemannsmission sind voll von Menschen wie ich.

Wir alle, als Restmüll einem einmal Blühenden Zunft, Leben nun als vergessener lästiger Überbleibsel des damaligen Deutschen Christliches Seefahrt fast am Rande der Existenz Minimum und werden bald alle verschwunden sein.

Laut Statistik lebt ein Mann heute zutage 78 Jahre.

So ein Scheiß, da habe ich also laut Statistik noch Fünfzehn einsamen Jahren vor mir abzuknabbern, (noch Drei) das überlebe ich nicht, ganz bestimmt nicht. Genau so wenig wie einigen den Mitbewohnern und Kollegen von mir, die hier im Seemannsheim am Rande dem Existenzminimum ihrem Dasein fristeten, es nicht überlebt haben.

Wir leben ein notdürftigeres Leben, weil man uns belog und schamlos ausnutzte und danach, wie lästiger Müll, einfach wegwarf.

Deswegen fristen viele ehemalige Seeleute ihr Dasein auf prekärer Basis in den Seemannshäusern des Landes oder in billigen Sozialwohnungen oder billigen absteigen und können keinen Fuß mehr im Leben fassen.

Am Ende werden wir alle, irgendwann, irgendwo ganz allein, den Löffel abgeben.

Der Seemannspastor wird dann in der Kapelle des Seemannsheim, eine kurze Andacht halten, danach wird die kleine Trauergemeinde mit dem Minibus der Mission, zum Friedhof hinausfahren, wo eine Urne mit der Asche des Seemanns einsam in die Friedhofskapelle, stehen wird.

Der Seemannspastor wird als Amtsperson der Name des verstorbenen Seemanns auf der Urne bestätige, denn es werden keine Familien-Angehörigen da sein.

Wenn es hoch kommt, werden gerade eine Handvoll Kameraden nach einem kurzen Gebet, einen Friedhofsangestellten, der mit der Urne vorweg und dem Pastor hinterher, zu dem Namenlosen teil des Friedhofs gehet, wo einen Loch auf der Wiese, vielleicht 20 mal 20 Zentimeter und grade ein Meter Tief, auf die Überreste von einem von uns wartet.

Man betet, man erinnerte sich noch ein Mal, vielleicht für das aller letzte Mal an den verstorbenen Kameraden, die Urne wird in das kleine Loch auf der grünen Wiese versenkt und von dem Friedhofangestellten in ein paar Minuten dicht geschaufelt.

Grade zehn keine Spaten Erden sind genug um ein kleines Loch in der Wiese zuzuschaufeln, wo eine Urne mit der Asche einem Seemann drin liegt, mehr nicht.

Das weis ich all zu genau, weil ich solchen Schippen Erde schon ein paarmal gezählt habe, darum weis ich das!

Erde zu Erde!

Asche zu Asche!

Staub zu Staub!

Ab zum Leichenschmaus, ihr Helden.

 

 Under the wide and starry sky,
Dig the grave and let me lie.
Glad did I live and gladly die,
And I laid me down with a will.
This be the verse you grave for me:
Here he lies where he longed to be;
Home is the sailor, home from sea.
And the hunter home from the hill.''

 

 

3.1.14 08:28


Werbung





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung