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DIE, DIE SICH UNMORALISCH VERHALTEN.

Am Anfang der 60 Jahre, bei einen der vielen gewerkschaftliche Kundgebungen in NRW, ein sehr weiser und weit sehender Gewerkschaftsfunktionär, sagte unter anderem, dass wichtig als Maschinen, wichtiger als Geld und Macht, am wichtigsten, sei, der Mensch.
Damals der Mensch als solche, war noch Mittelpunkt, der Anfang und das Ende einer Gesellschaft, das Land wuchs, war stark und einflussreich. 
Heute ist es anders, denn wenn auch ohne den Menschen es eine Gesellschaft einfach nicht geben würde, die moderne Marktwirtschaft und dem Diktat der Globalisierung, sehen den Menschen, solange er nicht von Roboter ersetzt werden kann, nur als mittel zum Zweck und weis Gott, nicht mehr als Mittelpunkt des Geschehens.
Folglich, der Mensch und seine gesellschaftliche Form als solche, ist also nur noch das Futter des Apparates zu betrachten. Der Zweck der Maschine ist Geld zu verdienen und sie kann nur Geld verdienen, indem sie Menschen verheizt. Profit zu generieren ist das oberste Gebot der Akteure der Marktwirtschaft und selbst die, als Erfinder des Systems, werden von der abstrakten Realität der Formel, die sie selbst im Gange gesetzt haben, als austauschbare Roboter fixiert. Die Globalisierung in seiner heutigen Form, die nur sich selbst anerkennt und huldigt ist nur mit einem als Menschen und Länder verachtenden Plünderungsapparat gleich zu stellen der sich irgendwann zwangsläufig selbst zerstören wird. Daraufhin aber, das ausgeplünderte Land verliert an Wohlstand und an Prestige in der Welt und erst dann, scheint das hintergangene Volk sich aus der fast lethargische Gleichgültigkeit einer Hammelherde zu lösen. Wohlgemerkt, sie tut es nur, und nur weil die allgemeine Unsicherheit, die generelle ausnahmslose Unwohlsein des Volkes, Harz IV und Wetten das zum Trotz, weit über die Schmerzgrenzen des eigenen Arsches, hinausgewachsen ist. Demgemäß das Volk bemitleidet sich selbst und jagt nach dem geklauten Wohlstand mit jedem ihr zu Verfügung stehenden Mittel und wird dabei zunehmend aufgewühlter, gefühlsbetont irrational und abwegig. Ganz zum Schluss, so als ob es zum Land nicht dazugehören würde, stirbt in so einer Gesellschaft die Demokratie und die Verfassung verkommt. Ab dem Moment, ist der Weg zu wirtschaftlichem Chaos und politischer Willkür ist somit geebnet und frei. Denn, wenn die so genanten hohen Herren, die, die da oben irgendwo sitzen, geschützt von maßgeschneiderten Gesetzen und ministeriale Anordnungen, den Patriotismus und die Vaterlandliebe als solche, nur als mittel zum eigenen politischen Zweck und nur für die persönlichen und wirtschaftspolitischen Interessen einer fragwürdige, so genante Wirtschaftselite anwenden, dann ist es um das Land geschehen. Ausländische Geldinvestoren wandern aus und kommen nicht mehr zurück, andersherum, manche anderen kommen überhaupt nicht.  Demzufolge steigt die Arbeitslosenzahl und wird nur durch Billigjobs verschönert, Vater Staat wird immer ärmer und handlungsunfähig und die Menschen immer ärmer. Zu guter Letzt, all diejenige, und da sind Gotteslob sehr viele, die sich nicht in die Rhetorik der politische Hochmut, von einer Hand voll politische Chauvinisten und anachronistische Verbandmeierei sich nicht fangen lassen wollen, wandern in Scharen aus Menschen die solche Wirtschaft und sozialpolitische Katastrophen verursachen, sind keine Patrioten. Derartige Bazillen sind vielmehr als Gewöhnlichen vulgäre Schmarotzer, als Zuhälter des eigenen Landes und deren Mitbürger und nicht, als Vaterland liebende Patrioten zu betrachten. Unmoralisches benehmen dem eigenen Volk gegenüber sei es aus politischen oder wirtschaftlichen Interessen, ist einfach verwerflich und abscheulich. Derartige Gestalten sind billige kriminelle Geldabsahnenden akademischen Freischärlern, alles was man will, aber weiß Gott, sie sind absolut nicht, als anständige Bürger anzusehen. Das ist aber der fruchtbare Boden, wo politische Despoten ihren willigen Helfer finden. Denn heutzutage sei es nur um die Rabiate, Selbstverherrlichungswille wegen, wenn auch mit anderen Mitteln, heute, genau so wie damals zu Goebbels Zeiten, die Grundlage scheint, sich nicht verändert zu haben. Das Ziel der Wenigen über die Vielen, der gleiche, nämlich die Macht, diesmal aber die Macht des Geldes, denn die Macht des Geldes ist auch eine Form von Diktatur, vielleicht sogar die schlimmsten aller Diktaturen. Es war immer so auf dieser Welt, aber nur so lange, bis ein Volk nicht die Courage fand, sich aus der Klammer der Demagogie der Wenigen zu befreien und solange ein Volk nicht in der Lage ist, sich die Zwangsjacke des Eigennützigem denken der Verknechteten abzustreifen, und klar und deutlich, gegen jegliche Form von Unterdrückung zu kämpfen, wird es immer so sein.
Daher die Urdummheit der Verbandmeierei ist in das Land ihrer Urheber zurückgekehrt und spricht heute wieder mal Deutsch, sie tut es aber mit der Sprache und mit der Doktrin der Globale Marktwirtschaft.
Sie spricht im Namen des Geldes und verheizt dabei das eigene Volk. 
Sie tut es nach Pax Romana Art und Weise, in dem sie Panem et Circénses verspricht, und Almosen unten die immer ärmer werdende und leidende Bevölkerung verteilt.   
Sie tut es, indem sie, die blindwütige Knechtung und Unterdrückung des eigenen Volkes, durch die wirtschaftlichen Machenschaften einer Hand voll Wirtschaftskriminelle mit dem Band des Bundesverdienstkreuzes am Hals gewippt befürwortet, und mit Maßgeschneiderten ministerialen Erlässen fördert.
Sie tut es mit marktwirtschaftlicher Erpressung anderer Länder, nicht mehr mit fliegenden Bombergeschwadern. 
Sie tut es mit der Einschüchterung anderer Völker durch Wirtschaftspolitische und politische Bismarck’sche Arroganz, nicht mehr mit Panzerbrigaden.
Sie tut es mit gezielt Eingesetzte, giftiger und Gefährlicher journalistischer spinn, nicht mehr mit vernünftiger Argumentation und Dialog,
Sie tut es wieder, nur diesmal tut sie es anders. 
Das ist ein Sakrileg, eine infamer Anathema Angesicht dem deutschen Volke, zu seinen Toden, zu seinen Hoffnungen und zu seinen Ängsten, zu seiner Anständigkeit.
Denn eine „Pax Urdummheit“ wird zwangsläufig nur zum politischen Chaos im Lande führen.
Europa und die Welt haben es begriffen und sie wenden sich angewidert langsam ab und schauen teilnahmslos zu, denn diese „Pax Urdummheit“, sei es auf dem wirtschaftlichen oder auf dem politischen Flur, hat nur noch Suizid zur Hand.
Suizid, oder Wiederkehr zu dem aufrichtigen Schaffen, dass das Deutschland der Nachkriegszeit, zu dem Land machte, was sie heute leider nur noch als Schatten von sich selbst zu betrachten ist, nämlich nicht mehr Marktführenden und Wegweisenden Aufrichtiges und weltanschauliches politisches Denken und wirtschaftlichem Handel in Europa.
So wie es aber aussieht, das wirtschaftliche und politische Deutschland hat dem Beispiel des Verbands der Deutsche Reeder und der Deutsche Seefahrt folgend, Suizid gewählt.
Ein Suizid der Selbstbewunderer.
Ein selbstaufrichtiger Suizid.
Einen selbstglorifizierenden Suizid.
Es wird ein sehr langer, sehr schmerzlicher Suizid werden, vor allem aber wird es ein sehr einsames und beängstigendes Sterben sein.
Saludos Amigos. Ende.

Franco Parpaiola

Aus: Manuskpript n°10 !Geschchten und Epilogen" Bremen 2005

1.10.11 20:40


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DIE DIE SICH UNMORALISCH VERHALTEN

NO COMPASSION - KEIN MITGEFÜHL.

„Er wollte nicht mehr.“
„Er hat sich aufgegeben.“ 
>Wir können nichts für ihn tun, er will es so haben, bei uns der Tür ist übrigens stets offen für ein Gespräch, man braucht uns nur aufzusuchen.<
Das bekommt man von den Seemannspastoren zu hören, wenn ein Seemann als langjährige Bewohner des Seemannsheims einsam stirb und man fragt, warum der Mann allein gelassen wurde und man ihn einsam in die Katakomben einem Seemannshaus, einfach verwahrlosen ließ.
Gewiss, der konsequente übermäßige Konsum von Alkohol spielt eine wesentliche Rolle in diesen all zu menschlichen Tragödien.
Der Alkoholsucht ist letztendlich immer tödlich und der Weg dorthin ist lang und beschwerlich.
Für älteren Alleinstehenden ehemalige Seeleute jedoch befindet sich der Anfang des Weges genau dort, wo die Ausflaggung der Handelsflotte damals ende der 60. Jahren, damals begann.
Am Ende des Weges stand, wie im Fall unseren Freund Ricky zu Beispiel, seinem einsamen Kollabieren in der gemeinschaftlichen Küche des Seemannsheimes nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt, von wo er Tagen zuvor, als geheilt entlassen worden war und seinem tot nach seiner Wiederlieferung in Krankenhaus. Einigen Jahren davor verloren wie fast nach den selber Munster, unserem Freund und Mitbewohner Manny.
Der schwer Zuckerkranke und an Krebs erkrankter Richard wurde auch viel zu früh aus dem Krankenhaus entlassen, er war pflege bedürftig, fast nicht mehr zurechnungsfähig, leider ist ein Seemannsheim keine Pflegeanstalt und das Personal schlicht und ergreifend überfördert und nicht auf solche Aufgaben geschult oder vorbereitet.
Die Katakomben der ersten Etage des Hauses, dort wo wir, die Glorreichen 14 leben ist wirklich kein guter Ort, um zu sterben.
Als Beistand mit Rat und Tat in solchem Fällen sind die Pastoren und Diakonen da oder zumindestens; zumindestens sie sollte dafür da seine und nicht nur in Namen des Herrn in Hafen, auf Ausländische Schiffen „Missionieren“ fahren, sich an Bord eine warme Mahlzeit schnorren und dabei billig Telefonkarten an die Besatzung verkorken.
Die Angestellten des Hauses, wenn auch, ein paar von denen, sehr hilfsbereit und zuverlässig, sind keine Krankenpfleger und erst mal gar nicht als Betreuers für schwerkranke ältere Männer ausgebildet worden.
Zwischendurch in laufe der Zeit,  auch Fischdampfer Werner der schwer erkrankte Haudegen, der lange Zeit in Seemannsheim gewohnt hatte, starb auch nach seinem zweiten Herzinfarkt, durch Kreislauf und Asthma leiden alleine in seiner Wohnung.
Auch er war ein paarmal im Krankenhaus wegen Herz- und Kreislaufbeschwerden gewesen.
Auch er wurde kurz vor seinem tot als geheilt entlassen.
Auch hier war beängstigender Einsamkeit und Alkohol im Spiel.
So erging es auch Manfred, Charly, Hans und all den anderen, an deren Namen man sich fast nicht mehr erinnert, an deren Stimme und vor allem, an deren Gesichte und Geschichten, aber schon.
All dieser Männer hatten etwas gemeinsam, sie waren aller alleinstehenden ehemalige Matrosen, die im Laufe der Zeit von Bord ihrer Schiffe irgendwann durch Billigeres, Bequemeres, nicht Kritisches Personal aus Asien, abgelöst worden waren.
Damals genau so wie heute, war es nicht einfach für ausrangierten Matrosen, einer neuer Arbeitsplatz an Land, zu finden.
Heute zutage ist es sogar noch härter, wenn nichts schier unmöglich geworden für Ältere Matrosen und Seefahrers in allgemein, an Land Fuß zu fassen.
Dank dem blinden Gehorsam inkompetenter Politiker und das Diktat des Verbandes deutscher Reeder und deren Lobby, es ist heute für jungen Schiffsoffizier sogar fast unmöglich, einen Arbeitsplatz an Bord zu finden.
Unsere verstorbenen Kameraden waren keine labilen Menschen, denn Seeleute sind nicht labil.
Sie waren betrogene Menschen.
Sie waren ausrangierte Menschen.
Sie waren vergessenen Menschen, deren Existenz, nur als Vorwand für selbstgefälliges zweifelhaftes Missionierungsgeschwätz einiger christlicher Institutionen, die längst, zu anfechtbaren Lobbys in eigener Sache geworden sind und nicht anders als das waren; Vorwand und Basta.  
Sie litten und starben auf erbärmliche Weise mitten unter uns, Mitte in Bremen und das alles nur, weil kein Schwein sich wirklich um sie gekümmert hatte und weil man sie zu früh aus dem Krankenhäuser, als geheilt entlassen hatte.
Sie starben, weil sie, als sie fast nicht mehr zurechnungsfähig waren, aus dem Krankenhaus flüchteten um an der Theke ihre Stammkneipen, sogar wie in Fall unserem Freund, noch mit den medizinischen Kanülen im Arm, ein Refugium suchte.
Hier haben alle versagt und nicht nur bei Ricky.
Nicht nur die Krankenhäuser mit ihrem überforderten Personal, nicht nur das gesamte Gesundheitswesen, die Mediziner und Krankenhäuser zwingt, zu Lasten der Patienten, sparsam zu sein. 
Nicht nur die Politik, die, die in meinen Augen verfassungswidrige Handhabung der Seefahrtssubventionen durch den Verband der Deutschen Reeder, der Ausflaggung der Deutsche Handelsflotte und der Ablösung der deutschen Seemänner durch billigeres Personal, zu erst, zugelassen hat, dann geduldet, und ja verdammt noch mal, sogar befürwortet hat.
Nicht nur die Gewerkschaften haben hier einen großen Teil der Schuld an der Misere der deutschen Seefahrt und der, der ältere vom Gott und die Welt verlassener Seeleute, mit zu verantworten.
Vor allem, in solche Fälle hat die Seemannsmission  die sich das Betreuen der verwahrlosen und der Relikten der Menschheit sich auf die Flagge geschrieben hat und es doch zum Großen teils es nicht oder sehr mangelhaft getan hat, jämmerlich versagt
Wo zu Teufel noch mal ist hier der Support of Seefahrers Dignity, wo verdammt noch mal ist sie denn hier die Menschlichkeit, wenn man Totkranke Menschen in Seemannsheim, einfach dahin sterbenlässt?
Wie ist es den möglich, Herrgott noch mal, dass Seelsorgers und Psychologischer und Geistlicher und Betreuers und Seelenklempners alle Art und Schattierung, auf der Straße, bei jedem Fahrradunfall, wie Pilzen aus dem Boden wachsen und gleichzeitig, in Seemannsheim ein Totkranken alter Mann der immerlich von Tumor aufgegessen wird, nach den vielen Chemotherapien, in seine Zimmer tagelang einfach ohne eine warme Mahlzeit, alleine gelassen wird?
Wir geben dem Hafen ein Gesicht, liest man in einer Ausgabe N° 2 von irgendeinen „lass fallen anker“ der deutschen Seemannsmission zu Bremen.
Fuck dem Hafen und fuck sein Gesicht.
Wie wäre es, wenn man endlich anfangen würde der Seeleute hier zu Lande und in Seemannsheim zumindestens zu denn Sterben eine Würde, ein Name und ein Gesicht zu geben und gefälligst aufhören würde, uns und die Welt zu verarschen, verdammt noch mal.
Es ist weder die Aufgabe der Kirche noch die der Seemannmission und beileibe nicht von einem sogenannten Selbstgefälligen Seemannpfaffe, dem Hafen ein Gesicht zu geben, das haben wir Seeleute und Hafenarbeiters mit unserer Arbeit, unserem Können und unserem Engagement, schon längst getan.
Zum Teufel noch mal, der Hafen braucht nicht sandgestrahlt zu werden.
Die Seefahrtspolitik des Landes und der, der Seemannsmission, aber schon, und zwar radikal.
Vor allem weil ich immer noch der Meinung bin, dass hier manche Inhalte und Einlagen die Subventionen für die Seefahrt und der Bemannung von subventionierten Schiffen durch billiges Personal aus dem Osten Europas und Fernosten des Globus, unten Verfassungswidrige umständen stattgefunden hat, bin ich der Meinung, dass es höchster Zeit ist, dass dem Gesetztgeber des Landes, langsam sich damit befassen sollte.
Von Nöten wäre auch eine Seefahrtsmission und einer Kirche gewesen, die nicht nur gratis urbi et orbi, unter den arbeitslosen Seeleute erteilt und bunten Billigtelefonkarten unter den zu Seefahrenden asiatische Kollegen verhökerte.
Man hätte vor allem engagierten Missionaren und Pfarrers gebraucht die von ihrer Kanzel aus, landesweit gegen die Seefahrtlobby, die, die dem Deutschen Seefahrt als solche am Zerstören waren und, das Land, Schaden an zufügen waren, wetterte. Man hätte Geistlichen und Menschen, die zum Kampf antraten nötig gehabt, die hat es aber nie gegeben.
Statt dessen hat man dem dahin vegetierenden Seemann fast vernachlässigt und mit Trostenden Zitaten, und Schicksal ähnliches Gelaber wie: ... unsere Tür steht immer offen für ein Gespräch ... schleunigst abwickelten um sich, ach Gott, so wichtiger PR Termine zu widmen.
Es würden Selbstgefällige Lobby-lobenden Analysen der Seefahrt veröffentlicht und manchen Verband deutsche Reeder Mitglieder der Hof gemacht, denen warme Luft im Arsch gepustet um ein paar Spenden ergatterten zu können.
Sich, und der Mission im Namen des Herrn prostituiert um in die Zeitungen oder in Fernseher als selbstgefälliger Vorfechter der Seefahrt dargestellt zu werden. 
Währenddessen durften, die, um die es wirklich ging, als Schwerkranken, mit notdürftiger medizinischer Versorgung, allein und verbitter, in die Gänge oder in der Küche des Seemannsheims zusammenbrechen oder in ihrer Kammer, auf sich allein gestellt, elendig vegetieren und krepieren.

Auszug aus meinem Manuskript N°10: VON ANDERN GESICHTEN UND EPILOGE. Bremen 2006
 Die Seemannshäuser der Seemannsmission sind voll von Menschen wie ich.
Wir alle, als Restmüll einem einmal Blühenden Zunft, Leben nun als vergessener lästiger Überbleibsel des damaligen Deutschen Christliches Seefahrt fast am Rande der Existenz Minimum und werden bald alle verschwunden sein.
Laut Statistik lebt ein Mann heute zutage 78 Jahre.
So ein Scheiß, da habe ich also laut Statistik noch 15 einsamen Jahren vor mir abzuknabbern, das überlebe ich nicht, ganz bestimmt nicht. Genau so wenig wie einigen den Mitbewohnern und Kollegen von mir, die hier im Seemannsheim am Rande dem Existenzminimum ihrer Dasein fristeten, es nicht überlebt haben. Wir leben einen notdürftiges Leben, weil man uns belog und schamlos ausnutzte und danach, wie lästiger Müll wegwarf.
Deswegen fristen viele ehemalige Seeleute ihr Dasein auf prekärer Basis in den Seemannshäusern des Landes oder in billigen Sozialwohnungen oder billigen absteigen und können keinen Fuß mehr im Leben fassen.
Am Ende werden wir irgendwann alle irgendwo ganz allein, den Löffel abgeben.
Der Seemannspastor wird dann in der Seemannsheimkapelle eine kurze Andacht halten, danach wird die kleine Trauergemeinde mit dem Minibus der Mission, zum Friedhof hinausfahren, wo eine Urne mit der Asche des Seemanns einsam in der Friedhofskapelle, stehen wird.
Der Seemannspastor wird als Amtsperson der Name des verstorbenen Seemanns auf der Urne bestätige, denn es werden keine Familien-Angehörigen da sein.
Wenn es hoch kommt, werden gerade eine Handvoll Kameraden nach einem kurzen Gebet, einen Friedhofsangestellten das mit der Urne vorweg und dem Pastor hinterher, zu dem Namenlosen teil des Friedhofs gehen, wo einen Loch auf der Wiese, vielleicht 20 mal 20 Zentimeter und grade einen Meter Tief, auf die Überreste von einem von uns wartet.
Man betet, man erinnerte sich noch ein Mal, vielleicht für das aller letzte Mal an den verstorbenen Kameraden, die Urne wird in das kleine Loch auf der grünen Wiese versenkt und von dem Friedhofangestellten in ein paar Minuten dicht geschaufelt.
Grade zehn keine Spaten Erden sind genug um ein kleines Loch in der Wiese zuzuschaufeln, wo eine Urne mit der Asche einem Seemann drin liegt, mehr nicht.
Das weis ich all zu genau, weil ich solchen Schippen Erde schon ein paarmal gezählt habe, darum weis ich das!
Erde zu Erde!
Asche zu Asche!
Staub zu Staub!
Der Fall ist abgelaufen, … ab zum Leichenschmaus ihr Helden.

                 

24.10.11 11:53





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