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UND SIE SCHÄMEN SICH NICHT MAL.

Die gute Nachricht ist, dass man beschlossen hat, mit vereinigten Kräften einen Plan zur Rettung der Deutsche Werften auszuarbeiten und Schiffsabwrackpremien von Bund, zu verlangen.

Toll!

„Man“, das sind EU-Kommissar Herr Günter Verheugen als eventueller Geldesel des Bundes und der Europäischen Union für die leidgeprüfte deutsche Werft-Industrie, die Werftmanager Deutschlands und der Manager der Fincantieri aus Italien, der zu seiner Zeit bei der Lloyd Werft in Bremerhaven hätte einsteigen wollen.

Von italienischem Knowhow nach vorne getrieben, schnappten sich die pfiffigen Werft- und Seefahrtexperten Deutschlands die Idee meines geistreichen und wortgewandten Landsmannes und machten es sich zu eigen.

 Am Tag danach meldeten die „Bremer Nachrichten“, dass sogar der Bremer Wirtschaftssenator nun erwartete, dass die Bundesregierung endlich handele.

Es ist uns nicht zu wissen gegeben, was der Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg oder die maritime Koordinatorin des Bundes, Frau Dagmar Wöhrl, zu sagen hatten, man hat aber gehört und gelesen, dass die an dem Tag in Bremerhaven mit von der Partie waren.

Leider haben es weder „buten und binnen“, das regionale Programm der ARD für das bremische Land, noch die „Bremer Nachrichten“ als lokales Presseorgan Bremens, für nötig gehalten, danach zu fragen, wie hoch die Abwrackprämie pro Schiff sein sollte - schade, jedoch uns ist klar geworden, dass die sogenannten hohen Herren gar keine so hohen Herren sind und dass die da oben überhaupt keine zivilen Schamgefühle mehr kennen.

Denn in der Tat, im Kielwasser der Abwrackprämie für die leidgeprüfte Autoindustrie schlug der ausgefuchste Fincantieri-Manager das Gleiche für die Seefahrtindustrie vor.

Demzufolge also sollte Vater Staat gefälligst für jedes abgewrackte Schiff eine Prämie zahlen, wie viel, das hat uns der illuminierte Werftmanager aus Italien nicht wissen lassen wollen, es dürften aber nach vorsichtigen Schätzungen und kühnem Kalkül etwas mehr als 2.500,- € pro Schiff sein, nicht wahr?

Nun will man also die alten Fähren und Pötte und alten Gurken abwracken und der Bund, sprich der Steuerzahler, soll dafür wieder mal zur Kasse gebeten werden. Der deutsche Michel hat aber schon einmal für die Schiffe bezahlt, nämlich mit den Subventionen für die Seefahrt, die am 31. Dezember 2000 auf UE gehisst in Deutschland abgeschafft worden sind, nicht wahr? Der deutsche Steuerzahler zahlt nämlich heute noch für alle Schiffe, die bis zu dem damaligen Zeitpunkt auf Kiel gelegt worden sind, und heute noch im Ausland gebaut werden, während die Werften hierzulande reihenweise Pleite gehen oder zu einem späten Zeitpunkt, höchstwahrscheinlich nachdem die gegenwärtige Wirtschaftskrise vorbei ist, gebaut werden sollen. Oder wie war das noch?

Wobei natürlich hier noch zu prüfen wäre, ob der Dreh mit der Auslandsbauerei überhaupt verfassungskonform gewesen wäre.

Ich glaube, dass der gesamte Subventionszirkus in vielen Fällen, besonders dann, wenn die Schiffe im Ausland gebaut worden und nicht zuerst deutsches Personal (sprich Hartz-IV-Empfänger) an Bord angeheuert worden sind, sogar verfassungswidrig war.

Deutschland hat um die 3.300 Schiffe, wobei über 85 % davon unter den so genannten „Billigflaggen“ fahren, hierzu zählt natürlich auch das zweite deutsche Seefahrtregister.

Italien ist mit seinen 2.900 Einheiten auch nicht weit davon entfernt.

All die Schiffe sind kaum älter als 15 Jahre, nun aber sollen viele davon abgewrackt werden, um eine eventuelle Abwrackprämie vom Bund einzusacken.

Zuerst also bietet man durch den Bund den Michel zur Kasse. Der Bund zahlte, damit Arbeitsplätze für die Werften und die Seefahrt geschaffen werden. Es wurden aber Unsummen deutscher Steuergelder ins Ausland exportiert und tausende Arbeitsplätze hierzulande vernichtet, nicht wahr?

Die Amigos des Verbandes Deutscher Reeder baute vorliegend seine subventionierten Schiffe im Ausland und anstatt Deutschen heuerten sie asiatisches und osteuropäisches Seefahrtpersonal an.

So war es doch, oder?

Nun soll der gleiche deutsche Michel für das Abwracken von Schiffen noch einmal zur Kasse gebeten werden - sag mal, spinnt ihr alle oder was zum Teufel glaubt ihr eigentlich tun zu können?!

Und das soll verfassungskonform sein?

Ihr habt um die 100.000 Arbeitsplätze in der Seefahrt zerstört.

Ihr habt um die 25.000 Arbeitsplätze bei den Werften vernichtet und manchen, nämlich fast alle, in die Insolvenz getrieben.

Ihr habt all die Schiffe, die der deutsche Michel euch fast geschenkt hat, im Ausland bauen lassen und somit um die 25.000 Werftarbeiter arbeitslos gemacht - wie viele davon wieder einen Job gefunden haben, sei erst mal dahingestellt.

Ihr bildet fernöstliches Seepersonal aus und schert euch einen Dreck, dass tausende Seeleute hierzulande von Hartz IV leben müssen, gleichzeitig, ohne euch zu schämen, habt ihr auch noch die Courage, nach Abwrackprämien zu fragen.

What the fuck, Wahnsinn!

Kürzlich sagte ein Reeder aus Ostfriesland, dass die Werften in Vietnam näher dran seien, als man denkt.

Sicher, mit dem Flieger aus Bremen ist man fast schneller in Vietnam als ein alter Mann mit dem Fahrrad von Leer zur Lloyd Werft in Bremerhaven, zum Beispiel.

Siehe hierzu auch folgende Posten:

NON DEMISSUS von 02. 08. 07

HIC MANEBIMUS OPTIME von 13. 07. 07 HIC MANEBIMUS OPTIME II von 22.10. 07

 

 

 

14.9.09 10:44


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