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1.MAI 2009

ICH HATT' EINEN KAMARADEN

Bei uns in die Katakomben der Erste Etage des Bremer Seemannsheims, wo wir die Glorreichen vierzehn wohnen, vor einige Zeit war  trauer angesagt.
Unser langjähriger Freund und Mitbewohner Richard Deutsch hat uns nach langer schwerer Krankheit für immer verlassen.
Wer war dieser Richard Deutsch?
Richard, von uns Richy genannt war ein Seemann wie aus dem Bilderbuch.
Ein erfahrener Vollmatrose wie man sie nur aus dem „damals“ kannte.
Echte Seeleute, wie Richy konnten ihr Wissen und Können, nicht an die folgenden Generationen weiterleiten, denn, erfahrenen deutschen Matrosen wir er eine war, wurden im Laufe der Zeit durch wesentlich billigere Arbeitskräfte aus dem Fernen Osten ersetzt.
Deswegen in der heutigen Zeit sind solche Fachkräfte wie Richy , an Bord deutsche Schiffe sehr rar geworden und der Beruf der Matrosen ist deswegen faktisch, als ausgestorben zu betrachten.
Die Flatulenzen ähnliche Lamentos der VDR und dessen ehrenwerten Amigos, über mangel an qualifizierte Fachkräfte an Bord, obwohl gerade die, die Hauptschuldigen an die gegenwärtige Misere der Deutsche Seefahrt und weit über 100.000 verloren gegangenen Arbeitsplätzen klingen daher, wie die reinste  Blasphemie und Verarschung.
All, dem wirtschaftlichen Schäden für Land und Leute, dass die Personalpolitik der VDR an Bord Deutschen unter Billigflaggen, aber von dem Deutsche Steuerzahler subventionierten, (sprich bezahlte) Schiffen verursacht haben, sind der beste beweis dafür.
Der mangel an qualifizierten Personal on Bord ist die Hauptursache von steigenden Unfälle und Schiffshavarien auf See.
Was P&i Klubs und Versicherungen neulich beklagen, lassen und Düsteres erahnen, denn die nächste Schiffskatastrophe oder einen durch Inkompetenz an Bord, verursachte Supergau auf See, schaut ohne weiters schon um die Ecke.
Nach seiner Ablösung durch Billigpersonal aus dem Fernen osten, war Richy, noch zu jung, um in Rente zu gehen, aber auch schon zu alt um einer vernünftigem Arbeitsplatz, an Land zu bekommen.
Für einen voll ausgebildeten Berufsmatrosen konnte an Land keine Verwendung gefunden werden und wenn ja, höchstens als Tagelöhner, mehr aber auch nicht.
In Hafenbetriebe ist es eventuell anders, aber auch dort, können Matrosen fast nur als Gelegenheitsarbeiter manchmal Arbeit finden, somit ist aber auch hier in diesem Bereich, das Ende der Fahnenstange schon erreicht worden.
Dies führte dazu, dass Richard, wie auch Tausende seiner Kollegen auch, mit gerade einmal 40 Jahren, keine Arbeit oder handfesten Zukunftsperspektiven, mehr hatte.
Er, so wie tausenden deutsche Matrosen und Schiffsoffizieren vor ihm, ging vom Schiff, während die VDR Amigos immer reicher und fetter wurden, direkt in die Arbeitslosigkeit, danach zum Arbeitslosenhilfeempfänger und später bis zum Tode, als Sozialhilfe Empfänger durch Leben.
Man kann sich also nicht wundern wenn Menschen wie er, wenn allein gelassen und auf sich selbst angestellt, und seinem eigenen Schicksal wie lästigem Ballast aus dem Schiff des leben, sozusagen über Bord geworfen , zu Flasche greifen.
Somit hat man nicht nur das Berufswissen einem ganzen Berufsstand das ruhig und ohne Sinn für Allüren, als tragender Säule der Deutsche Industrie betrachtet werden kann, zerstört.
Man hat auch feine aufrichtige Männer, die noch vieles für das Land hätten tun können, einfach verschwändet und in Vergessenheit, gleiten lassen.
Das akademische Wissen der Seefahrtschulen kann auf gar keinem Fall der Beruf des Seemanns zu junge Leute vermitteln oder beibringen, wie denn auch?
Die Hochschulen der Seefahrt können nur technisches Wissen, an angehenden Schiffsoffizieren erfolgreich weiter vermitteln, nur dann, wenn die Studenten es schon in dem praktische Arbeit an Bord erlebt und geübt haben was die verschiedenen Dozenten in den Unterrichtsstunden denen erklären, anderes geht es gar nicht.
Seefahrtschulen sind nicht da um Seeleute auszubilden, sondern Fachleute, zu unterrichten damit sie eines Tages, ihr Mitarbeiters an Bord besser und konsequent, ohne Unnötige gefahren leiten können, mehr nicht.
Im Laufe seines Lebens bewies Richy nur zu oft, dass er ein zuverlässiger Kamerad war, auf dem man sich jederzeit stützen konnte.
Er war wortkarg, aber nicht mürrisch.  
Er war ruhig und wirkte manchmal distanziert, aber keineswegs gefühls- oder teilnahmslos seinen Mitmenschen gegenüber.
Der Mensch Richard Deutsch war ein ruhiger Mensch, der aufgrund seiner ihm geklaute Zukunft, irgendwann aufgehört hatte, zu hoffen und zu erstreben.
In einer solchen Situation, wo keinen haltenden Händen und keinen Horizonten mehr in Sicht sind, lassen sich Menschen wie Richy gehen und geben auf.
Ihr letzter Zufluchtsort ist dann meistens die Theke, wo sie sogar aus dem Krankenhäuser fluchten, um bei eine allerletzten Glas Bier, fern von all den Heuchlern dieser Welt, in Würde und mit Hochachtendem bedacht, in ruhe sterben zu können.
Es ist egal, wer Richard Deutsch war und es ist ebenfalls, egal wie er war.
Richy war einer von uns und er hat inmitten unter uns einen leeren Raum zurückgelassen, denn er war einer der Besten unter uns.
Ein andere wird seinem Platz in unsere Reihen suchen und finden, daher werden wir, die Glorreichen 13 aus den Katakomben dem erste Etage des Seemannsheims zu Bremen bald wieder vollzählig sein.
Es ist unbedeutend wer von uns, wer als Nächste ins Graß beißt und geht, denn es wird immer, der Besten von uns gewesen sein und seinem leeren Platz, die er zurück gelassen hat, wird für eine weile noch, wieder sofort besetzt werden.
  
DIE DREI FREMDEN

Normalerweise gehen wir sonntags nicht in di Kirche.
Wir, die glorreichen 14 aus der erste Etage des Seemannsheim, schlafen am tag des Herren länger als sonst, denn es ist ja schließlich Sonntag ,und so war ich ziemlich überrascht, als ich an einem Sonntagnachmittag, mich unterwegs  zum Sankt-Petri-Dom befand.
Was ich da genau beabsichtigte, war mir nicht klar, denn den lieben Gott, den kann ich überall finden, dafür brauch ich nicht, in eine Kirche zu gehen, trotzt dem war ich auf dem weg dorthin.
Das Würde des Doms war überwältigend.
Die Stille einfach himmlisch berauschend  und Ehrfurcht und Güte einfliesend, zu gleich.
Ein junger Mann kniete auf eine der Bänke, tief versunken in seinem Gebet, neben ihm eine junge Frau und ein Kind, welche sich gelangweilt in der Gegend umschaute.
Hier und dort saßen auch ein paar ältere Damen und einige Herren.
Es herrschten Ruhe, Demut und friedliche, respektvolle Gelassenheit.
Fast wäre ich mir in so eine friedliche Weltbild wie ein Ruhestörer vorgekommen und wollte nach dem kurzen guttuenden besuch gerade gehen, als ich drei gestalten, die sich langsam im Dom bewegte, meine Aufmerksamkeit erweckten.
Neugierig und unauffällig nährte ich mich dem Trio und folgte ihnen aus sichere Entfernung.
Die drei waren Asiaten und wie di angezogen waren, kamen sie mir vor wie, Seeleute auf Landgang.
Ich war auf alles vorbereitet, denn man hört immer öfter, dass Überfälle, Besonders auf ältere Menschen an der Tagesordnung sind.
Darum war ich bei mir Vorsicht angesagt, denn man kann nicht der Dom, wegen ein paar Diebe, gleich auf dem Kopf stellen, nichts wahr?
Einer von denen sah mich und nährte sich lächelnd, sofort ging ich mental in Kampfstellung und auf alles gefasst, wartete ich gespannt, auf wohl da geschehen wurde.
Nett und freundlich, der junge Mann erklärte mir auf Englisch, dass er von den Philippinen stamme, dass er Seemann war und mit seine freunden auf Entdeckungstour durch Bremen sei.
Das Trio sucht die Kirchenmaus im Dom und fragte mich ob ich wüsste wo sie sei.
Ja, mit vereinigten kräfte, fanden wir die Maus in Dom und währen sie freudestrahlend einige Erinnerungsfotos knipsten, schämte ich mich ein wenig, denn ich hatte mich von ihrem äußerlichen Erscheinung verleiten lassen und sie falsch einzuschätzen, nur weil sie anders waren.
Es waren keine Fremden, es waren Seeleute, wie ich, es waren Menschen wie wir.
 
 
  

2.5.09 01:59


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