* Startseite     * Archiv     * Kontakt     * Abonnieren






Meine Homepage

* Themen
     Seefahrtsepilogen
     Seefahrtsepilogen
     Seefahrtsepilogen


Webnews






DIE DIE SICH UNMORALISCH VERHALTEN

NO COMPASSION - KEIN MITGEFÜHL.

„Er wollte nicht mehr.“
„Er hat sich aufgegeben.“ 
>Wir können nichts für ihn tun, er will es so haben, bei uns der Tür ist übrigens stets offen für ein Gespräch, man braucht uns nur aufzusuchen.<
Das bekommt man von den Seemannspastoren zu hören, wenn ein Seemann als langjährige Bewohner des Seemannsheims einsam stirb und man fragt, warum der Mann allein gelassen wurde und man ihn einsam in die Katakomben einem Seemannshaus, einfach verwahrlosen ließ.
Gewiss, der konsequente übermäßige Konsum von Alkohol spielt eine wesentliche Rolle in diesen all zu menschlichen Tragödien.
Der Alkoholsucht ist letztendlich immer tödlich und der Weg dorthin ist lang und beschwerlich.
Für älteren Alleinstehenden ehemalige Seeleute jedoch befindet sich der Anfang des Weges genau dort, wo die Ausflaggung der Handelsflotte damals ende der 60. Jahren, damals begann.
Am Ende des Weges stand, wie im Fall unseren Freund Ricky zu Beispiel, seinem einsamen Kollabieren in der gemeinschaftlichen Küche des Seemannsheimes nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt, von wo er Tagen zuvor, als geheilt entlassen worden war und seinem tot nach seiner Wiederlieferung in Krankenhaus. Einigen Jahren davor verloren wie fast nach den selber Munster, unserem Freund und Mitbewohner Manny.
Der schwer Zuckerkranke und an Krebs erkrankter Richard wurde auch viel zu früh aus dem Krankenhaus entlassen, er war pflege bedürftig, fast nicht mehr zurechnungsfähig, leider ist ein Seemannsheim keine Pflegeanstalt und das Personal schlicht und ergreifend überfördert und nicht auf solche Aufgaben geschult oder vorbereitet.
Die Katakomben der ersten Etage des Hauses, dort wo wir, die Glorreichen 14 leben ist wirklich kein guter Ort, um zu sterben.
Als Beistand mit Rat und Tat in solchem Fällen sind die Pastoren und Diakonen da oder zumindestens; zumindestens sie sollte dafür da seine und nicht nur in Namen des Herrn in Hafen, auf Ausländische Schiffen „Missionieren“ fahren, sich an Bord eine warme Mahlzeit schnorren und dabei billig Telefonkarten an die Besatzung verkorken.
Die Angestellten des Hauses, wenn auch, ein paar von denen, sehr hilfsbereit und zuverlässig, sind keine Krankenpfleger und erst mal gar nicht als Betreuers für schwerkranke ältere Männer ausgebildet worden.
Zwischendurch in laufe der Zeit,  auch Fischdampfer Werner der schwer erkrankte Haudegen, der lange Zeit in Seemannsheim gewohnt hatte, starb auch nach seinem zweiten Herzinfarkt, durch Kreislauf und Asthma leiden alleine in seiner Wohnung.
Auch er war ein paarmal im Krankenhaus wegen Herz- und Kreislaufbeschwerden gewesen.
Auch er wurde kurz vor seinem tot als geheilt entlassen.
Auch hier war beängstigender Einsamkeit und Alkohol im Spiel.
So erging es auch Manfred, Charly, Hans und all den anderen, an deren Namen man sich fast nicht mehr erinnert, an deren Stimme und vor allem, an deren Gesichte und Geschichten, aber schon.
All dieser Männer hatten etwas gemeinsam, sie waren aller alleinstehenden ehemalige Matrosen, die im Laufe der Zeit von Bord ihrer Schiffe irgendwann durch Billigeres, Bequemeres, nicht Kritisches Personal aus Asien, abgelöst worden waren.
Damals genau so wie heute, war es nicht einfach für ausrangierten Matrosen, einer neuer Arbeitsplatz an Land, zu finden.
Heute zutage ist es sogar noch härter, wenn nichts schier unmöglich geworden für Ältere Matrosen und Seefahrers in allgemein, an Land Fuß zu fassen.
Dank dem blinden Gehorsam inkompetenter Politiker und das Diktat des Verbandes deutscher Reeder und deren Lobby, es ist heute für jungen Schiffsoffizier sogar fast unmöglich, einen Arbeitsplatz an Bord zu finden.
Unsere verstorbenen Kameraden waren keine labilen Menschen, denn Seeleute sind nicht labil.
Sie waren betrogene Menschen.
Sie waren ausrangierte Menschen.
Sie waren vergessenen Menschen, deren Existenz, nur als Vorwand für selbstgefälliges zweifelhaftes Missionierungsgeschwätz einiger christlicher Institutionen, die längst, zu anfechtbaren Lobbys in eigener Sache geworden sind und nicht anders als das waren; Vorwand und Basta.  
Sie litten und starben auf erbärmliche Weise mitten unter uns, Mitte in Bremen und das alles nur, weil kein Schwein sich wirklich um sie gekümmert hatte und weil man sie zu früh aus dem Krankenhäuser, als geheilt entlassen hatte.
Sie starben, weil sie, als sie fast nicht mehr zurechnungsfähig waren, aus dem Krankenhaus flüchteten um an der Theke ihre Stammkneipen, sogar wie in Fall unserem Freund, noch mit den medizinischen Kanülen im Arm, ein Refugium suchte.
Hier haben alle versagt und nicht nur bei Ricky.
Nicht nur die Krankenhäuser mit ihrem überforderten Personal, nicht nur das gesamte Gesundheitswesen, die Mediziner und Krankenhäuser zwingt, zu Lasten der Patienten, sparsam zu sein. 
Nicht nur die Politik, die, die in meinen Augen verfassungswidrige Handhabung der Seefahrtssubventionen durch den Verband der Deutschen Reeder, der Ausflaggung der Deutsche Handelsflotte und der Ablösung der deutschen Seemänner durch billigeres Personal, zu erst, zugelassen hat, dann geduldet, und ja verdammt noch mal, sogar befürwortet hat.
Nicht nur die Gewerkschaften haben hier einen großen Teil der Schuld an der Misere der deutschen Seefahrt und der, der ältere vom Gott und die Welt verlassener Seeleute, mit zu verantworten.
Vor allem, in solche Fälle hat die Seemannsmission  die sich das Betreuen der verwahrlosen und der Relikten der Menschheit sich auf die Flagge geschrieben hat und es doch zum Großen teils es nicht oder sehr mangelhaft getan hat, jämmerlich versagt
Wo zu Teufel noch mal ist hier der Support of Seefahrers Dignity, wo verdammt noch mal ist sie denn hier die Menschlichkeit, wenn man Totkranke Menschen in Seemannsheim, einfach dahin sterbenlässt?
Wie ist es den möglich, Herrgott noch mal, dass Seelsorgers und Psychologischer und Geistlicher und Betreuers und Seelenklempners alle Art und Schattierung, auf der Straße, bei jedem Fahrradunfall, wie Pilzen aus dem Boden wachsen und gleichzeitig, in Seemannsheim ein Totkranken alter Mann der immerlich von Tumor aufgegessen wird, nach den vielen Chemotherapien, in seine Zimmer tagelang einfach ohne eine warme Mahlzeit, alleine gelassen wird?
Wir geben dem Hafen ein Gesicht, liest man in einer Ausgabe N° 2 von irgendeinen „lass fallen anker“ der deutschen Seemannsmission zu Bremen.
Fuck dem Hafen und fuck sein Gesicht.
Wie wäre es, wenn man endlich anfangen würde der Seeleute hier zu Lande und in Seemannsheim zumindestens zu denn Sterben eine Würde, ein Name und ein Gesicht zu geben und gefälligst aufhören würde, uns und die Welt zu verarschen, verdammt noch mal.
Es ist weder die Aufgabe der Kirche noch die der Seemannmission und beileibe nicht von einem sogenannten Selbstgefälligen Seemannpfaffe, dem Hafen ein Gesicht zu geben, das haben wir Seeleute und Hafenarbeiters mit unserer Arbeit, unserem Können und unserem Engagement, schon längst getan.
Zum Teufel noch mal, der Hafen braucht nicht sandgestrahlt zu werden.
Die Seefahrtspolitik des Landes und der, der Seemannsmission, aber schon, und zwar radikal.
Vor allem weil ich immer noch der Meinung bin, dass hier manche Inhalte und Einlagen die Subventionen für die Seefahrt und der Bemannung von subventionierten Schiffen durch billiges Personal aus dem Osten Europas und Fernosten des Globus, unten Verfassungswidrige umständen stattgefunden hat, bin ich der Meinung, dass es höchster Zeit ist, dass dem Gesetztgeber des Landes, langsam sich damit befassen sollte.
Von Nöten wäre auch eine Seefahrtsmission und einer Kirche gewesen, die nicht nur gratis urbi et orbi, unter den arbeitslosen Seeleute erteilt und bunten Billigtelefonkarten unter den zu Seefahrenden asiatische Kollegen verhökerte.
Man hätte vor allem engagierten Missionaren und Pfarrers gebraucht die von ihrer Kanzel aus, landesweit gegen die Seefahrtlobby, die, die dem Deutschen Seefahrt als solche am Zerstören waren und, das Land, Schaden an zufügen waren, wetterte. Man hätte Geistlichen und Menschen, die zum Kampf antraten nötig gehabt, die hat es aber nie gegeben.
Statt dessen hat man dem dahin vegetierenden Seemann fast vernachlässigt und mit Trostenden Zitaten, und Schicksal ähnliches Gelaber wie: ... unsere Tür steht immer offen für ein Gespräch ... schleunigst abwickelten um sich, ach Gott, so wichtiger PR Termine zu widmen.
Es würden Selbstgefällige Lobby-lobenden Analysen der Seefahrt veröffentlicht und manchen Verband deutsche Reeder Mitglieder der Hof gemacht, denen warme Luft im Arsch gepustet um ein paar Spenden ergatterten zu können.
Sich, und der Mission im Namen des Herrn prostituiert um in die Zeitungen oder in Fernseher als selbstgefälliger Vorfechter der Seefahrt dargestellt zu werden. 
Währenddessen durften, die, um die es wirklich ging, als Schwerkranken, mit notdürftiger medizinischer Versorgung, allein und verbitter, in die Gänge oder in der Küche des Seemannsheims zusammenbrechen oder in ihrer Kammer, auf sich allein gestellt, elendig vegetieren und krepieren.

Auszug aus meinem Manuskript N°10: VON ANDERN GESICHTEN UND EPILOGE. Bremen 2006
 Die Seemannshäuser der Seemannsmission sind voll von Menschen wie ich.
Wir alle, als Restmüll einem einmal Blühenden Zunft, Leben nun als vergessener lästiger Überbleibsel des damaligen Deutschen Christliches Seefahrt fast am Rande der Existenz Minimum und werden bald alle verschwunden sein.
Laut Statistik lebt ein Mann heute zutage 78 Jahre.
So ein Scheiß, da habe ich also laut Statistik noch 15 einsamen Jahren vor mir abzuknabbern, das überlebe ich nicht, ganz bestimmt nicht. Genau so wenig wie einigen den Mitbewohnern und Kollegen von mir, die hier im Seemannsheim am Rande dem Existenzminimum ihrer Dasein fristeten, es nicht überlebt haben. Wir leben einen notdürftiges Leben, weil man uns belog und schamlos ausnutzte und danach, wie lästiger Müll wegwarf.
Deswegen fristen viele ehemalige Seeleute ihr Dasein auf prekärer Basis in den Seemannshäusern des Landes oder in billigen Sozialwohnungen oder billigen absteigen und können keinen Fuß mehr im Leben fassen.
Am Ende werden wir irgendwann alle irgendwo ganz allein, den Löffel abgeben.
Der Seemannspastor wird dann in der Seemannsheimkapelle eine kurze Andacht halten, danach wird die kleine Trauergemeinde mit dem Minibus der Mission, zum Friedhof hinausfahren, wo eine Urne mit der Asche des Seemanns einsam in der Friedhofskapelle, stehen wird.
Der Seemannspastor wird als Amtsperson der Name des verstorbenen Seemanns auf der Urne bestätige, denn es werden keine Familien-Angehörigen da sein.
Wenn es hoch kommt, werden gerade eine Handvoll Kameraden nach einem kurzen Gebet, einen Friedhofsangestellten das mit der Urne vorweg und dem Pastor hinterher, zu dem Namenlosen teil des Friedhofs gehen, wo einen Loch auf der Wiese, vielleicht 20 mal 20 Zentimeter und grade einen Meter Tief, auf die Überreste von einem von uns wartet.
Man betet, man erinnerte sich noch ein Mal, vielleicht für das aller letzte Mal an den verstorbenen Kameraden, die Urne wird in das kleine Loch auf der grünen Wiese versenkt und von dem Friedhofangestellten in ein paar Minuten dicht geschaufelt.
Grade zehn keine Spaten Erden sind genug um ein kleines Loch in der Wiese zuzuschaufeln, wo eine Urne mit der Asche einem Seemann drin liegt, mehr nicht.
Das weis ich all zu genau, weil ich solchen Schippen Erde schon ein paarmal gezählt habe, darum weis ich das!
Erde zu Erde!
Asche zu Asche!
Staub zu Staub!
Der Fall ist abgelaufen, … ab zum Leichenschmaus ihr Helden.

                 

24.10.11 11:53




DIE, DIE SICH UNMORALISCH VERHALTEN.

Am Anfang der 60 Jahre, bei einen der vielen gewerkschaftliche Kundgebungen in NRW, ein sehr weiser und weit sehender Gewerkschaftsfunktionär, sagte unter anderem, dass wichtig als Maschinen, wichtiger als Geld und Macht, am wichtigsten, sei, der Mensch.
Damals der Mensch als solche, war noch Mittelpunkt, der Anfang und das Ende einer Gesellschaft, das Land wuchs, war stark und einflussreich. 
Heute ist es anders, denn wenn auch ohne den Menschen es eine Gesellschaft einfach nicht geben würde, die moderne Marktwirtschaft und dem Diktat der Globalisierung, sehen den Menschen, solange er nicht von Roboter ersetzt werden kann, nur als mittel zum Zweck und weis Gott, nicht mehr als Mittelpunkt des Geschehens.
Folglich, der Mensch und seine gesellschaftliche Form als solche, ist also nur noch das Futter des Apparates zu betrachten. Der Zweck der Maschine ist Geld zu verdienen und sie kann nur Geld verdienen, indem sie Menschen verheizt. Profit zu generieren ist das oberste Gebot der Akteure der Marktwirtschaft und selbst die, als Erfinder des Systems, werden von der abstrakten Realität der Formel, die sie selbst im Gange gesetzt haben, als austauschbare Roboter fixiert. Die Globalisierung in seiner heutigen Form, die nur sich selbst anerkennt und huldigt ist nur mit einem als Menschen und Länder verachtenden Plünderungsapparat gleich zu stellen der sich irgendwann zwangsläufig selbst zerstören wird. Daraufhin aber, das ausgeplünderte Land verliert an Wohlstand und an Prestige in der Welt und erst dann, scheint das hintergangene Volk sich aus der fast lethargische Gleichgültigkeit einer Hammelherde zu lösen. Wohlgemerkt, sie tut es nur, und nur weil die allgemeine Unsicherheit, die generelle ausnahmslose Unwohlsein des Volkes, Harz IV und Wetten das zum Trotz, weit über die Schmerzgrenzen des eigenen Arsches, hinausgewachsen ist. Demgemäß das Volk bemitleidet sich selbst und jagt nach dem geklauten Wohlstand mit jedem ihr zu Verfügung stehenden Mittel und wird dabei zunehmend aufgewühlter, gefühlsbetont irrational und abwegig. Ganz zum Schluss, so als ob es zum Land nicht dazugehören würde, stirbt in so einer Gesellschaft die Demokratie und die Verfassung verkommt. Ab dem Moment, ist der Weg zu wirtschaftlichem Chaos und politischer Willkür ist somit geebnet und frei. Denn, wenn die so genanten hohen Herren, die, die da oben irgendwo sitzen, geschützt von maßgeschneiderten Gesetzen und ministeriale Anordnungen, den Patriotismus und die Vaterlandliebe als solche, nur als mittel zum eigenen politischen Zweck und nur für die persönlichen und wirtschaftspolitischen Interessen einer fragwürdige, so genante Wirtschaftselite anwenden, dann ist es um das Land geschehen. Ausländische Geldinvestoren wandern aus und kommen nicht mehr zurück, andersherum, manche anderen kommen überhaupt nicht.  Demzufolge steigt die Arbeitslosenzahl und wird nur durch Billigjobs verschönert, Vater Staat wird immer ärmer und handlungsunfähig und die Menschen immer ärmer. Zu guter Letzt, all diejenige, und da sind Gotteslob sehr viele, die sich nicht in die Rhetorik der politische Hochmut, von einer Hand voll politische Chauvinisten und anachronistische Verbandmeierei sich nicht fangen lassen wollen, wandern in Scharen aus Menschen die solche Wirtschaft und sozialpolitische Katastrophen verursachen, sind keine Patrioten. Derartige Bazillen sind vielmehr als Gewöhnlichen vulgäre Schmarotzer, als Zuhälter des eigenen Landes und deren Mitbürger und nicht, als Vaterland liebende Patrioten zu betrachten. Unmoralisches benehmen dem eigenen Volk gegenüber sei es aus politischen oder wirtschaftlichen Interessen, ist einfach verwerflich und abscheulich. Derartige Gestalten sind billige kriminelle Geldabsahnenden akademischen Freischärlern, alles was man will, aber weiß Gott, sie sind absolut nicht, als anständige Bürger anzusehen. Das ist aber der fruchtbare Boden, wo politische Despoten ihren willigen Helfer finden. Denn heutzutage sei es nur um die Rabiate, Selbstverherrlichungswille wegen, wenn auch mit anderen Mitteln, heute, genau so wie damals zu Goebbels Zeiten, die Grundlage scheint, sich nicht verändert zu haben. Das Ziel der Wenigen über die Vielen, der gleiche, nämlich die Macht, diesmal aber die Macht des Geldes, denn die Macht des Geldes ist auch eine Form von Diktatur, vielleicht sogar die schlimmsten aller Diktaturen. Es war immer so auf dieser Welt, aber nur so lange, bis ein Volk nicht die Courage fand, sich aus der Klammer der Demagogie der Wenigen zu befreien und solange ein Volk nicht in der Lage ist, sich die Zwangsjacke des Eigennützigem denken der Verknechteten abzustreifen, und klar und deutlich, gegen jegliche Form von Unterdrückung zu kämpfen, wird es immer so sein.
Daher die Urdummheit der Verbandmeierei ist in das Land ihrer Urheber zurückgekehrt und spricht heute wieder mal Deutsch, sie tut es aber mit der Sprache und mit der Doktrin der Globale Marktwirtschaft.
Sie spricht im Namen des Geldes und verheizt dabei das eigene Volk. 
Sie tut es nach Pax Romana Art und Weise, in dem sie Panem et Circénses verspricht, und Almosen unten die immer ärmer werdende und leidende Bevölkerung verteilt.   
Sie tut es, indem sie, die blindwütige Knechtung und Unterdrückung des eigenen Volkes, durch die wirtschaftlichen Machenschaften einer Hand voll Wirtschaftskriminelle mit dem Band des Bundesverdienstkreuzes am Hals gewippt befürwortet, und mit Maßgeschneiderten ministerialen Erlässen fördert.
Sie tut es mit marktwirtschaftlicher Erpressung anderer Länder, nicht mehr mit fliegenden Bombergeschwadern. 
Sie tut es mit der Einschüchterung anderer Völker durch Wirtschaftspolitische und politische Bismarck’sche Arroganz, nicht mehr mit Panzerbrigaden.
Sie tut es mit gezielt Eingesetzte, giftiger und Gefährlicher journalistischer spinn, nicht mehr mit vernünftiger Argumentation und Dialog,
Sie tut es wieder, nur diesmal tut sie es anders. 
Das ist ein Sakrileg, eine infamer Anathema Angesicht dem deutschen Volke, zu seinen Toden, zu seinen Hoffnungen und zu seinen Ängsten, zu seiner Anständigkeit.
Denn eine „Pax Urdummheit“ wird zwangsläufig nur zum politischen Chaos im Lande führen.
Europa und die Welt haben es begriffen und sie wenden sich angewidert langsam ab und schauen teilnahmslos zu, denn diese „Pax Urdummheit“, sei es auf dem wirtschaftlichen oder auf dem politischen Flur, hat nur noch Suizid zur Hand.
Suizid, oder Wiederkehr zu dem aufrichtigen Schaffen, dass das Deutschland der Nachkriegszeit, zu dem Land machte, was sie heute leider nur noch als Schatten von sich selbst zu betrachten ist, nämlich nicht mehr Marktführenden und Wegweisenden Aufrichtiges und weltanschauliches politisches Denken und wirtschaftlichem Handel in Europa.
So wie es aber aussieht, das wirtschaftliche und politische Deutschland hat dem Beispiel des Verbands der Deutsche Reeder und der Deutsche Seefahrt folgend, Suizid gewählt.
Ein Suizid der Selbstbewunderer.
Ein selbstaufrichtiger Suizid.
Einen selbstglorifizierenden Suizid.
Es wird ein sehr langer, sehr schmerzlicher Suizid werden, vor allem aber wird es ein sehr einsames und beängstigendes Sterben sein.
Saludos Amigos. Ende.

Franco Parpaiola

Aus: Manuskpript n°10 !Geschchten und Epilogen" Bremen 2005

1.10.11 20:40


MS MARIKA DFSW

Der Zollbeamte, der mir, bei uns an Deck die Ohren über „Britannia rules the wave“ voll quasselte, ging mir langsam auf den Sack.
An dem Morgen hatte ich gerade meine Schmuggeltour absolviert.
In der Stadt hatte ich die zwanzig bestellten Stangen Zigaretten und zehn Flaschen Gin an die Stammgäste in unserer Stammkneipe verteilt.
Um meine Kosten so niedrig wie möglich zu halten und so wenig wie möglich auf Lager zu haben, schmuggelte ich nur auf Vorbestellung und niemals auf Verdacht.
Bei meiner Lieblingsnutte, die dear Mary, war ich auch gewesen, bei ihr hatte ich mit zwei Stangen Marlboro und einer Flasche Gordon Gin meine Fickschulden von der Reise davor beglichen, denn bei ihr hatte ich Fickkredit und war gleich darauf wieder zurück an Bord gegangen.
Ich war der Einzige, der bei ihr kurz vorm Auslaufen, wenn das Geld alle war, auf die Schnelle auch auf Pump bumsen konnte.
Zwischen uns beiden hatte sich auf bizarre Weise eine eigenartige Freundschaft entwickelt und der hatte sich im Laufe der Zeit sogar gefestigt.
Einige Monate zuvor war ich an einem nebeligen Sonntagmorgen von meiner Schmuggelwarenliefertour unterwegs zurück zum Schiff.
Im Laufe der Zeit hatte ich mir dort eine gute Klientel aufgebaut, und die Geschäfte liefen sehr gut.
Besonders Zigaretten waren sehr gefragt, Gin und Whisky aber auch, der Verdienst war nicht besonders hoch.
Die Menge machte es aber möglich, so dass ich, nicht nur meinen eigenen Bedarf an Zigaretten und eventuell auch einen Landgang Tour durch die Kneipen damit bezahlen könnte, sondern auch den Nachschub an Wodka für die Kunden in Finnland in der Bordkantine kaufen könnte, und das war letztendlich mein Nettoverdienst.
An dem nebeligen Tag, als ich Mary traf, war ich also guter Dinge unterwegs zurück zum Schiff, ich hatte gute Geschäfte gemacht und hatte, alles Drum und Dran, um die einhundert Englische Pfund in der Tasche, zwar brutto, aber immerhin einhundert Englische Pfund.
In Nebel waren wir fast zusammengestoßen, so dick war die Suppe an dem Morgen, als sie aus ihrem Haus kam.
Obwohl sie es anscheinend eilig hatte, blieb sie stehen und murmelte ein „Sorry“ als Entschuldigung, und ich tat dasselbe, dann mir nichts, dir nichts bat sie mich um fünfzig Pfund.
>Wir kennen uns nur vom Sehen aus der Kneipe, Chief, aber bitte, gib mir fünfzig Pfund, ich muss mir Medizin besorgen, und meine Freundinnen haben alle kein Geld, das Geld bekommst du bei deiner nächste Reise von mir wieder<, bat sie mich.
Ja, sie hatte recht, wir kannten uns nur vom Sehen und nur aus der Kneipe, trotzdem gab ich ihr das Geld.
Sie nahm es dankend und nochmals dankend an sich und verschwand eilig im Nebel der Hafenstadt.
Wenn sie krank ist, so kann sie nicht arbeiten, wenn sie nicht arbeitet, dann hat sie auch kein Geld um Essen zu kaufen, ein kleines Kind hatte sie auch noch, und deswegen gab ich ihr aufs Wort fünfzig Pfund.
Ab da waren wir gute Freunde, mit dem Geld kaufte sie sich jede Menge Antibiotika, um den finnischen Tripper zu heilen, den ihr irgendein deutscher Decksmann ihr am Arsch angehängt hatte. Mit dem Rest schaffte sie es, sich und ihr Kind über die Runde zu bringen, bis sie wieder anschaffen gehen konnte.
Nein, sie hat mir nicht das Geld in bar zurückgegeben, wir haben es peu à peu abgefickt, denn ich brachte es nicht übers Herz, bares Geld von ihr zurück, zu verlangen. Meine Großzügigkeit ihr gegenüber befestigte unsere bizarre Freundschaft noch mehr, auch weil ich ihr, wenn bei ihr Flaute in der Kasse war, immer mit 5 oder 10 Pfund schnell über die Runde half.
Sechs Monate später heiratete sie einen Kapitän von der Kümo Handelsflotte, der sich in England niedergelegt hatte und ging ab dem Tag nicht mehr in die Kneipen anschaffen..
So war es damals in Boston on the Wash, wo fast die gesamte deutsche Kümo Flotte Bauholz aus Finnland für die englische Bauindustrie herbei schaffte, da kamen sich die Menschen näher.
Dem Bauholz war damals bitter nötig um die Häuser in England, die während des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen zerstört worden waren, wieder aufzubauen, denn die Engländer hatten kein eigenes Holz mehr.
Die Rule Brittania Helden hatten damals viele Holzschiffe gehabt, sehr viele sogar, die hatten sie auch bitter nötig gehabt, denn ansonsten wär‘s nix mit Rule Britannia gewesen.
Um die damaligen Schiffe zu bauen aber, frei nach dem Motto „British Wood for British Ships“ hatten sie fast alle ihre Wälder abgeholzt und dabei vergessen, neue Bäume zu pflanzen.
Nun aber hatten die bösen, bösen Deutschen fast all ihre Häuser im Zweiten Weltkrieg dem Boden gleichgemacht und dabei auch noch fast ihre gesamte Handelsflotte versenkt.
Nun aber, die Tommys hatten zwar den Krieg gewonnen, die hatten aber auch gemerkt, dass sie nicht nur kein Bauholz, sondern insbesondere auch keine Schiffe mehr hatten.
Der damalige Feind hatte aber Schiffe.
Als einziges Land in Nordeuropa, keine fünf Jahre nach dem Krieg, besaß Deutschland nicht nur die größte Kümo-Flotte Europas, von Hamburg aus diktierte sie auch der Bauholzmarkt für den Wiederaufbau Englands, so war das damals.
Im Gegenzug nun quasselte mir ein übereifriger englischer Zollbeamter an Bord der MS MARIKA die Ohren voll, von „Krieg gewonnen haben“ und ähnlichem Blödsinn.
Verdammt noch mal, das Holz, das die Tommys damals brauchten, um ihre Häuser wieder aufbauen zu können, wurde damals von deutschen Kümos gefahren, es gab verdammt viele deutsche Kümos, die verdammt viel Bauholz von Finnland nach Merry Old England fuhren, damit die Engländer ihre Hütten wieder bauen konnten.
Fast die gesamte deutsche Kümo-Flotte karrte damals Bauholz von Finnland nach England.
England hat Gott sei dank den Krieg gewonnen, ohne das deutsche Kümo-Geschwader aber wär‘s nix mit Häusler bauen gewesen, und zum Dank spielte sich nun ein englischer Zollbeamte mir gegenüber als großer Larry und Wellenbezwinger auf.
>Ich sehe nur deutsche Schiffe hier im Hafen<, hatte ich da gelassen geantwortet, als der Zollbeamte mir zum wiederholten Male über die Vorzüge der Rule Britannia und die Stärken der englische Marine die Ohren voll quasselte.
Hätte ich ihm eine gescheuert, hätte der sich ganz bestimmt nicht so erschrocken und wäre nicht so beleidigt gewesen, vor allem aber hätte der uns am gleichen Tag noch, keineswegs die Zollfahndung auf den Hals geschickt.
Das wurde aber nur dem Steuermann zum Verhängnis, denn in seiner Bude fand die Zollfahndung zehn Stangen Zigaretten, unter seinem Matratze verstaut.
Mit einhundert Pfund Zollstrafe wurde die Sache aus der Welt geschafft, und der Zoll ging nach einigen Präambeln und gut gemeinten mahnenden Ratschlägen an die Besatzung, endlich mit dem Schmuggel aufzuhören, von Bord.
>Wir wissen, dass Sie schmuggeln, Chief, und irgendwann werde ich Sie dabei erwischen, und dann wird’s für Sie richtig teuer<, warnte mich mein Lieblingszollbeamte im Hafen von Boston on the Wash am Tag danach.
Er war mein Lieblingszollbeamte, weil er so britisch verbissen war, der Affe!
Er war mein Lieblingszollbeamte, weil er mich mit seiner britischen Verbissenheit beim Schmuggeln nie erwischt hatte, da hatte ich wirklich immer mächtig Schwein gehabt.
Ganz im Gegensatz zum Steuermann, der den finanziellen Verlust in England durch massiven Billigwodka-Schmuggel in Finnland wieder gutmachen wollte.
Um den englischen Verlust ausgleichen zu können, bestellte er sich beim Kapitän drei Kisten Billigwodka, der im Einkauf um die eine Mark vierzig je Flasche kostete.
Beim Verkauf an die Hafenarbeiter in Finnland bekamen wir für eine Flasche Wodka 35 finnische Kronen, was in etwa fünfzehn DM entsprach, ein durchaus lukratives Geschäft also.
Daraus wurde aber nix, denn der Steuermann wurde prompt erwischt, und er musste eine Zollstrafe von fünfzehnhundert finnischen Kronen zahlen.
An dem Morgen, als er sein Geschäft über die Bühne laufen lassen wollte, ging er zusammen mit einem Decksmann frühzeitig in den Laderaum, wo er die Kisten mit dem Wodka versteckt hatte.
Draußen war es noch dunkel, wir hatten tiefen Winter, es war bitterkalt, der Hafen war tief verschneit, die Hafenarbeiter waren noch nicht an Bord gekommen, und die Stadt schlief noch.
Im Hafen lief nur ein einsamer Jogger herum.
Fleißig, mit gutem Schwung und Elan drehte der Jogger im Trainingsanzug und mit Pudelmütze auf dem Kopf seine Runden im Hafen und schien sich an den Vollidioten, die drei Kisten Wodka aus dem Laderaum hievten, gar nicht interessiert zu sein.
Erst als alle drei Kisten an Deck und nach achtern geschleppt worden waren, blieb der junge fleißige Jogger an der Pier stehen.
Von der Pier aus, neben dem Schiff grüßte er artig und brav auf Finnisch mit seinem „Hyvää paivää“ und gab sich, nachdem er auf Finnisch „Guten Tag“ gegrüßt hatte, als Zollbeamter zu erkennen.
Der Agent des Schiffes erzählte uns später, dass der Jogger niemand anders als einer der finnischen Teilnehmer an der Winterolympiade gewesen war, der durch reinen Zufall an dem Morgen Lust zum Jogging gehabt hatte.
An dem Tag war er noch nicht mal im Dienst gewesen, er hatte seinen freien Tag gehabt und war an dem Morgen aus reiner Lust am Jogging der kalten, kristallklaren Luft wegen zum allerersten Mal im Hafen unterwegs gewesen, denn ansonsten lief er nur in den Wäldern herum.
Dort endete für den Steuermann der Traum vom Reichtum durch Schmuggel, denn ab da war er von seiner Schmuggelphobie ohne das nötige Wissen und die Dreistigkeit zu haben, restlos kuriert und geheilt. 
Warum er aber die Kisten mit dem Wodka nicht im Laderaum gelassen und dort im Laderaum direkt an die Hafenarbeiter verkauft hatte, konnte mir der Gute später gar nicht sagen.
Es war wirklich mühsam damals, so ein Schiff mit Holzbrettern zu beladen.
Damals gab es noch kein Paketholz, diese Ladungsweise war noch nicht richtig angelaufen, der ganze Zirkus stand noch in embryonalem Zustand, denn es mangelte noch an Verpackungsutensilien und Infrastrukturen an Land.
Die gab es damals noch nicht, weil die noch nicht erfunden worden waren.
Zu den damaligen Zeit wurden die Holzbretter noch einzeln per Handarbeit übereinander gestapelt, und bis ein Laderaum auf so eine Art und Weise voll gestapelt worden war, dauerte das natürlich seine Zeit.
Mitunter, je nach Wetterlage, konnte so ein Vorgang eine geschlagene Woche und manchmal länger dauern, bis so ein Kümo voll beladen war.
 Es gab auch noch Deckladung, die von der Besatzung mit Spannschrauben und Spannketten fest gelascht und zugedeckt wurde.
Das Zudecken der Holzdeckladung ist immer sehr wichtig und lebensnotwendig, denn auf See würde das Holz sich in einem Sturm mit Wasser vollsaugen, das Schiff würde somit schwerfälliger werden und könnte kentern.
Manche Schiffen wurden im Sturm dadurch kopflastig, und nur, weil die Besatzung im letzten Moment alle Laschings lösen konnte, damit das Holz an Deck in den Bach fallen würde, konnten sie das Schiff und sehr, sehr wahrscheinlich auch sich selbst retten.
Manch eine Besatzung hat damals in so einer Situation Schwein gehabt, denn manche andere haben nicht so viel Glück gehabt und sind mit ihrem Schiff untergegangen.
Auch einige gute Freunde von mir sind auf diese Weise für immer an Bord ihrer Schiffe auf dem Grund des Meeres geblieben.
Die alle hätten nicht zu sterben brauchen, aber für viele Kapitäne kommt Extradeckladung, auch wenn diese verantwortungslosen minderwertigen Schweinehunde ihr Leben und das der Besatzung dabei riskieren, Extrageld gleich.
„Ladungsprämie“ nannte man damals das Handgeld, das manche Kapitäne für das Überladen des Schiffes von dem Käufer in England bekamen.
Solche Helden der Seefahrt fuhren unterwegs nach England natürlich nicht durch den Kiel-Kanal, denn dort passten die Wasserschutzpolizei und der Zoll höllisch auf und hatten mit Recht kein Erbarmen mit solchen Typen. 
Überladene Schiffe, die durch den Kiel-Kanal fuhren, wurden sofort gestoppt und an die Kette gelegt, bis die gelichtet worden waren.
Das wäre für manche Seefahrtshypokriten natürlich verdammt teuer zu stehen gekommen und hätte neben sehr beachtlichen Strafen unter Umständen auch umfangreiche juristische Konsequenzen mit sich gebracht.
Daher, um Problemen in Deutschland aus dem Weg zu gehen, fuhren diese Helden der Seefahrt und gewissenlose Argonauten mit ihren überbeladenen Schiffen durch das Skagerrak nach England.
Irgendwo bei Skagen, zwischen Dänemark und Norwegen oder der Nordsee, bekamen die dann im Winter einen auf den Sack und manche von denen pflanzten sich dann in irgendeine Welle hinein und tauchten nicht wieder auf. 
Denn die Nordseestürme, besonders im Winter, kennen keine Gnade mit schwerfälligen, durch klatschnasse Holzdeckladung überladenen, kopflastigen Schiffen.
Ja, es stimmt, auf diese Weise habe ich einige gute Freunde verloren und leider Gottes bin ich nicht der Einzige, der aufgrund der Gier einiger Scheiß Argonauten auf See sehr gute Freunde verloren hat.
Von wegen hier Act of God, Gott hat damit nichts zu tun.
Es ist die Besessenheit solcher Bastarde, die es wagen, sich Reeder oder Reederei-Inspektoren zu betiteln, deren Sucht nach Geld und noch mehr Geld, nach Prestige und Karriere, die einige von meinen Freunden - und nicht nur die - umgebracht hat, nicht Gott.
Gott, verdammt noch mal, hat damit nichts zu tun. 
Daher bekämpfe ich Argonauten an Bord genauso wie an Land, die, die nur an die eigenen Interessen und an das easy Money denken und die dem leichten Geld auch auf Kosten von Menschenleben auf See hinterherlaufen.
Man sollte solche widerwärtigen Bazillen aus den Meeren entfernen.
Ohne Zeit zu verlieren, sollte man solche Schweinehunde aus der christlichen Seefahrt ausrotten.
Regelrecht für immer aus dem Verkehr ziehen und ohne Wenn und Aber wegen fahrlässigen Handlungen oder gar wegen Totschlags in den Knast werfen.
ENDE
 

4.9.11 19:32


DFSW. MS. MARIKA

Der großen weiten Welt, in die Kümofahrt, der kam etwas später, sozusagen auf Irrgängen, wir fuhren zuerst von Cuxhaven nach Wischhafen wo, bei der dortigen Werft noch einige Reparaturen, am Schiff hätten gemacht werden sollen.
Nix große weite Welt, meine erste große Reise führte am Altenwalde vorbei schnurgerade nach Wischhafen, und dabei wären wir auf der Reise dorthin auch fast noch jämmerlich abgesoffen.
Meine allerersten glorreichen Stündlein als Alleinmaschinist an Bord eines Frachters, der mit neuem Bug stolz wie Oskar von Cuxhaven nach Wischhafen fuhr, wäre dank des Einfallsreichtums des Kapitäns, der kraft seines Amtes auch im Maschinenraum seinem Unwesen trieb, fast auch meine allerletzte Reise gewesen.
 
Er war für damalige Verhältnisse durch und durch trinkfest und nicht arbeitsscheu, also von alter Schule und daher in Ordnung.
Er wusste, dass er ein 25 Jahre altes Schiff mit einem alten, fast unzerstörbaren holländischen Werkspoor-Dieselmotor, der laut dem Typenschild um die 500- PS hervorzaubern konnte, zur Verfügung hatte.
Ihm war auch bewusst, dass die Anlage denkbar einfach gebaut worden war.
Einfach war die Anlage, schon fast bescheiden und anspruchslos.
Das Schiff war gut gebaut, eher fast ekelerregend, eher bestialisch unverschämt sicher und widerstandsfähig, vernietet und nicht geschweißt, einfach, bescheiden und von der Stärke einfach nur so protzend.
Als Kapitän hatte er Ahnung von der Seefahrt, jede Menge sogar.
Er wusste von Stabilität und von Ladung, von dem zu Seefahren ohne automatische Steuerungen, nur mit Handruder und vom sicheren Navigieren, nur mit dem Funkpeiler und einem alten Radar, also hatte er viel Ahnung. 
Er wusste auf See, nur mit dem Funkpeiler, dem Sextanten und einem Magnetkompass ausgerüstet, immer, wo er sich befand. Er wusste, wo es längs ging, er wusste alles von Deck und Seefahrt, er kannte die Sterne am Himmel und jeden noch so kleinen Hafen in der Nord- und Ostsee.
Er kannte alles, von Schraubenbolzen aber hatte er aber keine Ahnung, und das wäre uns allen fast zum Verhängnis geworden.
Auf der Helling während der Reparaturen am Rumpf des Schiffes erledigte er als verantwortungsvoller Schiffseigner auch mehrere Instandhaltungsarbeiten um die Anlage im Maschinenraum herum.
Mit einem der Jungs an Deck, da der Meister weggegangen war, reinigte er eines Tages auch den Ölkühler der Hauptmaschine.
Warum er aber den einzigen Bolzen, welcher die Verschlusskappe des kleinen Ölkühlers am Kühlerrohrbündel festhielt, wechselte, konnte er mir später nicht sagen.
Tatsache ist, dass er einen viel zu kurzen neuen Bolzen nahm, wobei das Gewinde des Bolzens gerade eben nur zwei Umdrehungen in den Kühler selbst hineingeschraubt werden konnte.
Keinen der Helden merkte es, und so kam es, dass unterwegs nach Wischhafen der Kühlwasserdruck der Pumpe die paar Umdrehungen der Gewinde aus dem Schraubenbolzen abriss, zum Glück war der Bolzen aus Bronze, sodass das Gewinde im Kühler selbst unbeschädigt blieb.
Das austretende Wasser schoss aus dem Kühler raus.
Das Schmieröl wurde heiß.
Die Bilgen fingen an vollzulaufen, und ich stand da, mutterseelenallein von Gott und der Menschheit verlassen, während meiner allerersten glorreichen Seereise an Bord eines Frachters von Cuxhaven nach Wischhafen, klitschenass mitten im Maschinenraum, der langsam zu einem Aquarium wurde, und wusste von nix.
Damals gab es auf solch kleinen Kümos noch kein Telefon, als Fernkommunikation diente damals die Telepathie und lange Sprachrohre, lautes Schreien half manchmal auch, mehr gab es nicht.
Der Kapitän sagte mir später, dass, als ich im Maschinenraum in das Sprachrohr gepustet hatte, auf der Brücke die Pfeife auf dem Rohr weggeflogen war, so kräftig hatte ich gepustet.
Irgendwie wusste er sofort, um was es ging, denn als er runterkam, hatte er den alten Bolzen in der Hand, den hatte er wirklich aufbewahrt und mit sich herumgeschleppt.
Unglaublich, nicht wahr?
Gemeinsam schafften wir es, gegen den Wasserdruck den alten Stahlbolzen wieder einzusetzen, und alles war wieder in Butter.
>Verdammt, Kapitän, wir hätten absaufen können<, schimpfte ich los.
>Nein, Meister. Das wären wir nicht, weißt du, Meister, wir haben Niedrigwasser, wäre es bei dir da unten brenzlig geworden, dann hätte ich das Schiff langsam am Ufer auflaufen lassen, danach hättest du deine Reparatur machen können und mit dem nächsten Hochwasser wären wir wieder flott geworden und wären danach weitergefahren. <
Dort, an Bord des MS. MARIKA wurde an dem Tag meine Überlebensregel Nummer 3 zusammengeschustert.
Die ist die einfachste Regel von allen, gleichzeitig aber ist sie die wichtigste von allen, denn sie lautet: Traue nie, aber auch niemals Kapitänen im Maschinenraum, Argonauten im Fettkeller, die sind gefährlich und bringen wie ein Jonas an Bord nur Unglück.
Die sind gefährlich, weil die meisten von denen sich selbstgefällig dumm und überheblich blöd benehmen, demzufolge, in technischer Hinsicht, reden und bauen die nur Mist hoch drei.
Argonauten im Maschinenraum bringen Unglück, sogar der Klabautermann will die nicht im Maschinenraum haben und lässt sie ab und zu auf der Treppe von ganz oben runtersausen und sich die Knöchel verstauchen, zum Beispiel.
Als Strafe, falls man Argonauten allzu lange im Maschinenraum verweilen lässt, wird der Klabautermann auf manchen Schiffen die Alarmsirene losjaulen lassen und das um drei Uhr morgens.
In kurzer Zeit also hatte ich die drei fundamentalen Regeln des Überlebens auf See zusammengestellt und für alle Ewigkeiten zusammen fixiert.
Die Erste:
Die allererste Regel des Überlebens auf See heißt: Beim Schwarzen Frost auf See klopfe auf Teufel komm raus das Eis aus den Aufbauten des Schiffes, und vor allem, donnere nie, aber auch nie gegen einen Eisberg, sonst säuft das Schiff ab, und du musst in die Boote springen.
Falls das der Fall sein sollte und du gezwungenermaßen in die Rettungsboote springen musst, sollte Regel Nummer zwei am besten nicht vergessen werden. 
Die Zweite:
Die zweite Regel auf See besagt: Wenn du in ein Rettungsfloß springst, so klemme nie deine Eier zwischen das Boot und deinen eigenen Hintern, die Eier werden dann so groß wie Wassermelonen und das, das soll bestialisch wehtun.
Die Dritte:
Die dritte lebenswichtige Regel auf See bezeichnet all die Kapitäne, die im Maschinenraum weilen, egal welcher Hautfarbe oder Religion, politischer oder sozialer Gesinnung oder sexueller Veranlagung, alle, wie sie da sind, als gemein gemeingefährlich.
Fast alle sind der felsenfesten Überzeugung, den großen Larry im Maschinenraum spielen zu können, daher übel gesinnt und hinterhältig, und deswegen als nicht vertrauenswürdig und als höchst lebensgefährlich einzustufen.
Demzufolge, wenn es so weit sein wird, sind die sofort und ohne Wenn und Aber aus dem Gefahrenbereich, einem Maschinenraum und Heiligtum des Chiefs und seinen Sklaven schleunigst zu entfernen.
Diese dritte Regel enthält einen Vermerk oder Hinweis, einen Zusatz, 'ne kleine Gedächtnisstütze oder, wenn man es so will, eine allgemeine Verhaltungsregel, die strengstens eingehalten werden muss.
Der Vermerk in die dritte Regelt hinweist auf die Tatsache, dass, Falls der Herr Kapitän oder einer seiner Sklaven sich nicht aus dem Gefahrenbereich eines Maschinenraums, von der Leiter der Maschinenanlage entfernen lässt, ein paar Tritte in den Hintern, eine Brechstange oder wahlweise ein Vorschlaghammer ohne Weiteres, ohne Vorwarnung also, gezielt und konsequent zu Hilfe genommen werden können.
Es funktioniert, und wie das hinhaut, ich weiß, dass es funktioniert, ich hab‘s nämlich schon ausprobiert, und wisst ihr was? It works, it really bloody works!
Eine der guten Seiten der Kümofahrt ist, dass man nicht, wie es auf Fischdampfern üblich ist, jeden Tag gebratenen Fisch zum Frühstück bekommt.
In der Kümofahrt ist Fisch Mangelware.
Nur ab und zu, je nachdem, wo man gerade hinfährt, kann man auf See von den Fischkuttern gegen Whisky oder Zigaretten ein paar Eimer voll Fisch, meistens Makrelen oder Heringe, bekommen, mit ein bisschen Glück ergattert man auch ein paar Nordseeschollen, aber das ist nicht immer so.
Daher ist Fisch an Bord von Kümos eine Luxus in eine Rarität und dementsprechend, zu wertvoll um ihn beim Frühstück, zu verschwenden.
Unser damaliger Koch hieß Kurt und war sage und schreibe 75 Jahre alt.
Eigentlich war er Taucher von Beruf, aber nachdem er von Alters wegen nicht mehr tauchen durfte, hatte er einfach umgesattelt und war als Bootsmann weiter zur See gefahren.
Nun war er aber auch schon zu alt, um an Deck arbeiten zu können, daher hatte er irgendwann wieder umgesattelt und als Koch diesmal weiter zur See gefahren, nun fuhr er also in der Kombüse und sorgte für unser leibliches Wohlhergehen.
Angemustert war er, weil in der damaligen Zeit auf jedem Schiff ein Bootsmann vorgeschrieben worden war, jedoch als Bootsmann.
Der Koch war somit wegrationalisiert worden, dafür gab es aber einen Leichtmatrosen mehr an Deck, und das war gut so, denn die MS MARIKA, die war ein regelrechtes Arbeitstier gewesen.
Das Tauchen hatte Kurt damals bei der Howard-Werft in Kiel vor dem Zweiten Weltkrieg gelernt und bei der Reichsmarine später auch als Taucher gedient.
Während der beiden Weltkriege hatte Kurt viel mitgemacht, viel gelitten und seine gesamte Familie und Verwandtschaft auch noch dabei verloren.
Eigentlich hätte er nach dem Zweiten Weltkrieg bei der BUMA aufgrund seiner Erfahrung Karriere als Ausbilder machen können, das tat er aber nicht.
Denn er, der seine ganze Familie und Verwandten in zwei Weltkriegen verloren hatte, wollte deswegen keineswegs noch einmal eine Uniform anziehen.
Mit seinen Träumen und Erinnerungen lebte er ganz allein und wollte sich irgendwann, später mal, wenn er nach seinem Ermessen zu alt für die Seefahrt wäre, im Seemannsheim zu Lübeck zur Ruhe setzen.
Kurt konnte nicht nur wunderbar von seiner Arbeit erzählen, wie er zum Beispiel in der Kieler Bucht bei der Torpedos- Versuchsabteilung der Reichmarine nach verloren gegangenen Torpedos gesucht hatte.
Kurt konnte auch alles, was er sagte, mit vielen alten Bildern und längst vergilbten und fast unleserlich gewordenen Zeitungsabschnitten, die er wie Reliquien in einigen Umschlägen aufbewahrte, beweisen.
Er war auch in Danzig an Bord der TIRPITZ gewesen, als Onkel Adolf dort eines Tages zu Besuch war, und das konnte er mit mehreren Bildern beweisen und dokumentieren.
Kurt war, wie wahrscheinlich der Rest der Besatzung auch, der felsenfesten Überzeugung gewesen, dass der Onkel Adolf damals an Bord des Schlachtschiffes ihn und nur ihn allein angeschaut hatte.
Er war damals für einige Zeit als Taucher an Bord der TIRPITZ gewesen und war auch an Bord, als die TIRPITZ von Flugzeugen der Alliierten im Nordatlantik angegriffen wurde.
Kurz vor ihrer Versenkung in dem norwegischen Fjord war er aber zurück nach Deutschland abkommandiert worden, und das rettete ihm letztendlich wahrscheinlich das Leben.
Kurt konnte auch gut kochen, in seiner Kombüse mit dem Gasölherd zauberte er uns deftige Eintöpfe und seine Bratkartoffeln waren einsame Spitze.
Die halben Hähnchen, die er sonntags für uns zubereitete, die waren richtig knusprig und gut gewürzt gebraten worden und die Pommes nicht matschig.
Kurt nahm sich immer viel Zeit für die Jungs an Deck, er zeigte denen, wie, wann und wofür man die verschiedenen Seemannsknoten verwendet und für ihre Fragen hatte er, immer ein offenes Ohr.
Ein Jahr später, mit sechsundsiebzig Jahren auf dem Buckel, beschloss er, dass es die Zeit gekommen war, wieder mal umzusatteln und in das Seemannsheim zu Lübeck überzusiedeln.
Wir schrieben damals das Jahr 1970, als „uns Kurt“ von Bord ging.
Es war Hochsommer, und es war heiß, damals an dem Tag, wo der alte Bootsmann an der Holtenau- Schleuse im Kielkanal im dunkelblauen Anzug von anno dazumal, mit Schlips und Kragen und Herrenhut, pikobello fein angezogen, von der Seefahrt ruhig und gefasst Abschied nahm.
>Machs gut, Meister, und halt deine Ohren immer steif<, sagte er zu mir, bevor er von Bord ging, und sein Händedruck zum Abschied, der war so fest und Rechtschaffend, wie er sein ganzes Leben gewesen war.
Schweigend trugen die Jungs seinen Koffer mit allem, was er besaß, dort drinnen verstaut, an Land zu dem wartenden Taxi, er ging von Bord und drehte sich nicht mehr um.
Nur seine Hand aus dem Taxifenster winkte uns noch zum allerletzten Mal zum Abschied zu, er selbst aber drehte sich auch dann nicht um, denn er hatte Tränen in den Augen, und das wussten wir.
Was er aber nicht wusste, ist die Tatsache, dass dort an dem Schleusen- Pier in Holtenau, als der alte Seemann zum allerletzten Mal von Bord eines Schiffes ging, er nicht der Einzige war, der Tränen in den Augen hatte.
Mit ihm ging ein Stück Seefahrtsgeschichte von Bord, und ich bin mächtig stolz und dankbar, dass ich ihn und viele andere wie er damals, vor über vierzig Jahren, kennengelernt habe und von denen viel lernen durfte.
So waren wir, damals auf der Kümofahrt.
Wir wussten nicht allzu viel von großen algebraischen Formeln, und von geschwollen Reden wollten wir nichts wissen.
Wir kannten zwar den Satz des Pythagoras, wir könnten mit Bravour Kreuzworträtsel lösen, und mit den ohmschen Lehren duzten wir uns.
Wir hatten eine 36-Volt-Anlage, die wenig Licht hergab, denn unsere Batterien waren nicht gerade die besten. 
Mit einer Taschenlampenbatterie konnten wir nach Herzenslust einen Stromerzeuger umpolen, und unser Ballast Lenzpumpen wurde über Lederflachriemen von einem LIister Dieselmotor angetrieben.
Damals hatten wir auch schon fünf Elektromotoren an Bord, so war das nicht, wir waren zwar einfach, wir waren zwar bescheiden und genügsam, ganz ohne aber waren wir nicht.
Wir hatten einen Elektromotorumformer für das Radar, so eine Art Leonardsatz der ersten Stunde.
Hinzu kam der Elektromotor für den Heizungskessellüfter, der Lüfter für Kurts Dieselöl Kochherd und zwei Elektromotoren für unsere Frisch- und Seewassersanitäranlage, nein, und eine für unsere Brennstofftransferpumpe, nein, andere Elektromotoren hatten wir nicht an Bord,
Dafür haben wir aber auch keine allzu großen Probleme gehabt, und das war viel.
An Deck unserer Ladewinden wurden auch Dieselmotoren betrieben, im Sommer hatten wir nie Probleme mit denen, im Winter dagegen war es ein wenig anders.
In Winter, wenn in Finnland alles erfror, hatten wir manchmal Probleme, unsere Deckmaschinen ans Laufen zu bringen.
Dafür gab’s Trick siebzehn, der besagte, dass, wenn es an Deck so kalt war, dass der Diesel noch nicht mal mithilfe der Startpilotsprühdosen durch Handkurbeln ans Laufen zu bringen war, man auch ein Glas Wodka in die Luftansaugstütze des Motors, zusammen mit dem Starpilot, hinzugeben konnte und sollte.
Es hilft!
Trick siebzehn sagte auch, dass, falls der widerspenstige Dieselmotor noch widerspenstiger werden sollte, er vor dem Anlassen, mit Handkurbel natürlich, zusätzlich zu dem Wodka und Startpilot in den Luftansaugstützen, den Kühlwasserkühler auch noch mit Heißwasser aus der Kombüse aufgefüllt werden konnte und sollte.
Dem gleichen Trick empfahl auch, dass, falls es dem Meister nach dem vielen Probieren und Exerzieren um 5 Uhr morgens bei minus 15 Grad an Deck nach langen netzlosen Handkurbeln doch zu viel werden sollte, man folgendermaßen vorzugehen hatte: Bevor man die Flinte ins Korn warf und Autokrähen von Land anheuerte, erst mal selbst einen Schluck Wodka zu sich nehmen und es danach noch mal probieren.
Nachweislich half das auch.
Danach empfahl Trick siebzehn, den Diesel nicht mehr zu stoppen und so lange laufen zu lassen, bis die Deckwinden nicht mehr gebraucht werden würden, was unter Umständen manchmal auch eine ganze Woche dauern konnte.
Sollte aber die Lufttemperatur den 15. Minusgrad überschreiten und der Motor stehen bleiben, weil das Gasöl sich in den Rohren kristallisiert,  Trick siebzehn sagteuns auch, dass in so einem Fall nichts mehr ging, dass, das Kühlwasser sofort abzulassen sei, und dass man sich Ladekräne vom Landbestellen sollte.
Auf Kümos wurde damals auch auf Teufel komm raus geschmuggelt, jeder schmuggelte, alle schmuggelten damals in der Holzfahrt und zwar, von den skandinavischen Ländern bis nach England.
Die ganze Welt tat es und schob Schnaps nach Skandinavien und Zigaretten nach England, wie verrückt, ich tat es auch.
3.8.11 01:28


DFSW . MARIKA

Als ich sie zum ersten Mal sah, lag sie mit platter Nase hoch auf der Helling von der Münzenfelder Werft, am Ende der Deichstraße in Cuxhaven.
Die MS MARIKA war ein Schiff von älterem Jahrgang, aber keineswegs ein Wrack.
Sie war schon fast zwanzig Jahre alt, von vernieteter Baukunst, mit einfachen und soliden effizienten Strukturen, mit Decklade und Ankerwinden, welche von wassergekühlten Dieselmotoren antrieben wurden.
Sie hatte auch Stahllukendeckel, die mit Stahlseilen über dem Ankerspill zu öffnen und zu schließen waren, demzufolge ein Arbeitstier also.
Mehr konnte man von der Deichstraße aus nicht erkennen.
Ein Kümo, ein Küstenmotorschiff holländischer Bauart der ersten Nachkriegsjahre, das irgendwie, aus welchem Grund auch immer, kürzlich gegen ein anderes Schiff gedonnert war und sich dabei 'ne platte Nase geholt hatte.
Wie das andere Schiff, das an der Kollision beteiligt gewesen sein musste, aussah, wusste ich nicht, viel besser konnte das andere aber auch nicht gewesen sein.
Besonders, wenn man bedenkt, dass die MARIKA als vernietetes Schiff sehr stabil gebaut worden war, lag der Gedanke, dass das andere im Bunde auf gar keinen Fall viel besser hätte aussehen sollen, sehr nah.
Der soliden Bauart von der MARIKA nach zu urteilen, war nur zu hoffen, dass das andere Schiff zumindest genau so stark und widerstandsfähig gebaut worden war wie sie, denn da waren ganz bestimmt die Fetzen geflogen.
Von der Deichstraße aus konnte man nicht viel mehr sehen als das, was man bereits sah.
Nur die eingebeulte Nase des Schiffes, die Aufbauten und die zum Teil über der Wasserlinie aufgerissene Vorpeak waren sichtbar und sonst nichts.
Die musste schon sehr früh am Tag gekommen sein, denn an dem Abend davor war sie noch nicht da gewesen.
Bully, mein Kumpel, ich und noch ein paar Kollegen aus der Maschinistenseefahrtsschulklasse am Grimmershorn in Cuxhaven, die fast ausschließlich aus Fischerleuten bestand, waren am Tag davor übern Deich zur „Elbe 1“, unserer Stammkneipe, gezogen und hatten kein Schiff auf der Helling gesehen.
Nein, das Schiff war, als wir zu Fuß übern Deich von Grimmershorn zu unserer Kneipe marschiert waren, am Tag davor noch nicht da gewesen.
In dieser Hinsicht war ich mir ganz sicher, denn eben gerade, weil wir an dem Nachmittag aus der Schule gekommen waren, waren wir noch stocknüchtern.
Etwas später an dem Abend waren wir noch frisch und fröhlich zum „Bockhof“ hinübergezogen und „etwas viel“ später noch über die Deichstraße zum „Stadt Hamburg“ und noch etwas später, so ziemlich sehr früh am nächstem Tag zum Seemannsheim, wo wir wohnten.
Nein, früh am Morgen nach unserer Kneipentour, auch wenn zehn Schiffe bei der Münzenfelder Werft übereinandergestapelt gewesen wären, hätten wir Helden die bestimmt nicht mehr gesehen.
Nichtsdestotrotz, vor unserer Donnerstagnachmittag-Kneipentour hatte sie noch nicht dort hoch über dem Deich auf der Helling bei der Münzenfelder Werft gelegen, sonst hätte ich sie gesehen, denn die Kiste sprang mir sofort in die Augen.
Wie eine schöne Frau sprach sie mich an, verbeult, verwundet und mit offenen Wunden, wie sie da lag, sprach sie mich an, und ich blieb stehen, um sie mir genau anzuschauen.
Bis zu dem Tag war ich nur mit Fischdampfern, auf der Jagd nach Hering und Dorsch, Rotbarsch und Seelachs, zur See gefahren.
Meine damalige große Welt bestand nur aus dem, was man auf einem Fischdampfer davon mit bekommt, mehr nicht.
Außer den Stürmen des Nordatlantiks bei Kap Farewell oder den Eisfeldern und Eisbergen bei Grönland und Labrador bekommt man da nicht viel mit.
In Winter dann, außer der Dunkelheit und eisiger Kälte, von fast steif gefrorenen Fingern und manchmal sogar Frostbeulen, bekommt man nur noch Möwen, einen Sturm nach dem anderen und jede Menge Kabeljau zu sehen, sonst nichts.
Nur wenn der Funker uns etwas von der großen Welt mitteilte, wussten wir, dass da draußen, irgendwo hinter den vielen Horizonten, andere Realitäten am Pulsieren waren. 
Für uns an Bord eines Hochsee-Fischereifahrzeugs hätte die Welt hinter den Horizonten untergehen können, und wir hätten, falls man uns nicht darüber informiert hätte, es noch nicht mal gemerkt.
Beim Aufdampfen zu den Fischereigründen wurden die Netze und sonstiges Fischereigeschirr klar gemacht und Brückenwache geschoben, ansonsten wurde gesoffen, im Freilager gab es fast alles, von Billigfusel bis zu teurem Weinbrand.
Wir tranken Cocktails aus teurem Krimsekt mit „Schwarzem-Kater-Likör“ vermischt, Whisky vom Feinsten oder Eierlikör mit französischem Cognac verdünnt.
Nichts wurde ausgelassen, und alles wurde bis fast zur Besinnungslosigkeit ausprobiert.
Wir bekamen auch Deputatbutter und Marmelade, wahlweise auch Honig zugeteilt.
Die meistens von uns sparten das Deputat für die Familien, wobei alles am Zoll vorbei an Land geschmuggelt werden musste.
Wir rauchten auch die besten Zigarren und Zigaretten und schmuggelten sogar welche für unsere Freunde an Land.
Vom Fisch wurde bis zu Umfallen gefischt, Törns von 72 Stunden waren keine Seltenheit, im Sommer ging es noch, denn es war hell, die Sonne schien, und die Gemüter waren nicht von der Dunkelheit der Wintermonate betrübt.
Die Tage waren länger, die schienen sogar endlos zu sein, denn die Sonne ging keinesfalls unter, und das half uns über die Müdigkeit hinweg.  
Nachts, wenn es auch kühl war, da fror man nicht, aber am schlimmsten war es im Winter.
In Winter bei minus 20 Grad fror an Deck alles ein, jeder Tropfen Wasser, der an Deck kam, fror auf der Stelle, und die Netze an Deck verhärteten sich und wurden fast so hart wie Stahl.
Die Fische an Deck froren zu Knüppeln und mussten, bevor man sie schlachten konnte, mit beiden Händen auseinandergerissen werden.
Alles fror, sogar die Aufbauten froren im frostigen Nebel manchmal mit, dann wuchsen sie, die wurden dann immer weißer und immer größer und das Schiff immer schwerer, das war der sogenannte schwarze Frost, der sogar Schiffe zum Kentern bringen konnte.
In solche Fälle wurde Eis gekloppt, an Bord war dann die gesamte Besatzung mit Vorschlaghammern, Schaufeln und Brechstangen bewaffnet an Deck und klopfte das Eis aus den Aufbauten des Schiffes und beförderte den Mist außenbords, bevor das Eis uns mit seinem Gewicht außenbords befördern würde.
So einen Zirkus habe ich auch einmal mitgemacht, damals war es mir noch nicht so ganz bewusst, in was vor einer Gefahr wir uns da befanden.
Man hatte mir zwar etwas vom Sinken des Schiffes gesagt und vom Kentern und in die Boote gehen erklärt.
Mir war zwar irgendwie bewusst, dass, falls wir es nicht schafften, das Eis aus dem Schiff zurück ins Meer zu befördern und aus dem frostigen Nebel raus zu dampfen, es sehr bös für uns hätte ausgehen können.
Damals konnte ich das nicht nachvollziehen, nicht begreifen, das leuchtete mir damals noch nicht ein.
Da hatte ich also mit der Ungewissheit der Unschuldigen nur Ja und Amen gesagt und wie verrückt, dem Beispiel der anderen folgend, Eis gekloppt.
Die Reise vor dem schwarzen Eis war meine erste Reise überhaupt gewesen, noch nicht mal im Traum hatte ich vorher gedacht, einmal zur See zu fahren.
Wer mir einen Monat davor gesagt hätte, dass ich bald zur See fahren würde und ich ein Leben lang dabei bleiben würde, den hätte ich auf der Stelle für verrückt erklärt und ausgelacht.
Nun aber war ich da, zum zweiten Mal auf See und klopfte bei den Fischereibänken vor Labrador mit der gesamten Besatzung Eis aus den Aufbauten des Schiffes.
Die Reise davor war bei Kap Farewell der Heckfänger WESER abgesoffen.
Das Schiff war dieselelektrisch angetrieben, das heißt also, dass den Dieselmotor, ohne mit dem Propeller verbunden zu sein, nur ein Stromerzeuger antrieb.
Der Stromgenerator wiederum, der fütterte einen Elektromotor, der seinerseits über die Getriebe den Propeller drehte.
Meines Erachtens nach ist das keine allzu glückliche Antriebslösung, denn wenn der Elektrofahrtmotor schlappmacht, dann hilft nur noch beten.
Die Besatzung hat in solchen Situationen überhaupt keine Chance oder Interventionsmöglichkeiten als wie bei einem direkten Dieselmotorantrieb zum Beispiel.
Auf See können wir vieles tun, wir können, im Gegenteil zu einem dieselelektrischen Antrieb, fast immer einen havarierten Dieselmotor reparieren und dann die Reise fortsetzen.
Wir können auch einen oder mehrere Kolben an einem Dieselmotor absetzen, ja, sogar ausbauen und mit nur einem Teil, dem ursprünglichen Motor, bis zum nächsten Hafen weiterfahren, und ob wir das können.
Irgendwie da auf der FMS WESER machte der Fahrtelektromotor peng und brannte aus, somit hatte das Schiff keinen Antrieb mehr und wurde von einem anderen Fischereifahrzeug in einen grönländischen Nothafen geschleppt.
Einen verbrannten Elektrofahrtmotor können wir auf See, im Gegensatz zu einem havarierten Dieselmotor vor Ort nicht reparieren, demzufolge musste damals ein anderer Fischdampfer die „Bürgermeister Schmidt“, auf der Heimreise das havarierte Schiff auf den Haken nehmen und nach Deutschland zur Reparatur schleppen.
Die BURGERMEISTER SMIDT also nahm die WESER irgendwann im Schlepptau und tuckerte damit Richtung Deutschland.
Bei Kap Farewell, an der südlichen Spitze Grönlands dann, tappten die in einen Sturm, die Schleppleine brach ab, und die WESER fing an, ohne Antrieb in dem Aquarium herum zu torkeln.
Zu der Zeit gab es damals in einer Umgebung von 120 Seemeilen einen einzigen einsamen Eisberg und genau in die Richtung driftete die WESER. Nachdem alle Versuche, eine neue Schleppverbindung wiederherzustellen fehlgeschlagen waren, donnerte eine Welle sie gegen den Eisklumpen, eine andere spülte sie von demselben Eisberg wieder runter, und schon hatte das Schiff ein Loch.
Während dieser Zeit herrschten dort die ständigen nordwestlichen Winterstürme, die mit Orkanstärke durch den Nordatlantik peitschten und aufwühlten, die anrollenden Wellen hatten auf dem Havaristen sämtliche Rettungsinseln zerstört, und die Lage der Besatzung war keineswegs die beste.
Es dauerte fast zwei Tage, bis das Meer sich etwas beruhigt hatte und all die Schiffe, die ihr zu Hilfe kamen, genug Gasöl außenbords pumpen konnten, um das Meer noch mehr zu glätten, damit eine Rettung der Mannschaft möglich werden konnte.
Danach, als es so weit war, wurde das große Schlauchrettungsboot von unserem Schiff aus zu Wasser gelassen, und die Besatzung des Havaristen wurde zu uns an Bord geholt.
An dem Abend erklärte uns der Bootsmann, was beim Verlassen ein Schiff in Not, wenn man also in ein Schlauchboot springen muss, darauf zu achten wäre um den richtigen Zeitpunkt nicht, zu verpassen.
>Das heißt also, dass, wenn man vom Schiff in ein Rettungsboot springt, man muss immer springen, gerade bevor das Rettungsboot den obersten Punkt auf dem Wellenkamm neben dem Schiff erreicht hat. Das heißt also, während das Boot auf einem Wellenkamm fast oben ist und euch noch entgegen kommt und auf gar keinem Fall unmittelbar danach. Wenn man das nicht tut, und man springt zu spät, bevor man das Rettungsboot erreicht hat, fällt das Boot wieder nach unten, und man fällt hinterher. Das kann ein verdammt langer Fall werden, meine Herren, es kann euch sogar passieren, dass ihr mit einem Bein im Boot und mit dem anderen im Wasser landet. Dann aber fallt ihr auf euren Sack, und ihr werdet euch dabei eure Eier zerquetschen, und die werden infolgedessen so groß wie Wassermelonen werden. Genau so groß wie die von dem Netzmacher von der WESER, dem genau das widerfahren ist, der liegt nun mit dicken Eiern im Bett und hat höllische Schmerzen.<
Das war meine erste Reise gewesen, da ging die WESER unter, und ein Netzmacher hatte sich beim Verlassen des Schiffes seine Eier zwischen dem Schlauchboot und dem eigenen Arsch eingequetscht.
Während meiner zweiten Reise haben wir den sehr seltenen schwarzen Frost kennengelernt, und während der Kapitän versuchte, den Dampfer auf Teufel komm raus aus den Fängen des eisigen Nebels raus zu dampfen, kloppten wir das Eis aus den Aufbauten des Schiffes, um nicht abzusaufen.
Somit hatte ich in gerade mal zwei Seetörns auf einem Fischdampfer die wichtigsten Regeln des Überlebens auf See kennengelernt.
Die Erste sagt, und schreibt ohne Wenn und Aber vor, dass man sich nie die eigenen Eier zwischen einem Schlauchboot und dem eigenen Arsch einzuklemmen hatte.
Die Zweite, dass es besser war, Eis aus den Aufbauten des Schiffes abzuklopfen, als im Polargebiet abzusaufen.
So gefeilt und mit den wichtigsten Grundregeln der Seefahrt in den Kopf eingemeißelt, wusste ich, dass mir nichts mehr passieren konnte, also beschloss ich damals, weiter zur See zu fahren und das Beste daraus zu machen.
Ab meiner dritten Reise aber wechselte ich vom Deck hinüber zum Maschinendienst, mir schienen die Aufgaben an Deck und in der Nautik im Allgemeinen einfach zu fade, zu monoton, genau so monoton zu sein wie eine Langstreckenautofahrt auf einer leeren Autobahn, daher nicht mein Bier.
Ganz im Gegensatz also zu dem technischen Dienst an Bord eines Schiffes, wo Motoren und sonstige Anlagen mit ihren Problemen und Wehwehchen mich immer fasziniert haben, darum wechselte ich vom Deck zum Maschinendienst.
Dort, in dem angeblichen Durcheinander der Rohrsysteme, die mich immer beeindruckt haben und wie in einem Puzzle, das mich nach der Suche zu besseren Kombinationen anspornte, fühlte ich mich besser ausgelastet.
Dort, wo der Tag von den jeweiliger Arbeitsabläufe bestimmt wird und zu technisch fundiertem Denken und Handel anregt, dort sah ich meine Zukunft.
Die Effizienz eines Schiffs, die misst man an der Effizienz seiner Anlage, die wiederum dem Können der Leiter der Maschineanlage entspricht.
Das Können eines Schiffes ist die Gleichung, die aus der Effizienz der Anlage und dem Maschinenpersonal entspringt, an der Zusammensetzung dieser Faktoren misst man ein Schiff, nicht an dem Geschwätz des Kapitäns.
Darum wechselte ich vom Deck zum Maschinendienst, denn dort im Maschinenraum pulsiert das Herz eines Schiffes, nicht auf der Brücke.
Auf der Brücke träumt man von der großen weiten Welt.
Auf der Brücke sehnt man sich nach Heldentaten à la John Wayne.
Auf der Brücke sehnt man sich nur nach dem persönlichen Wohlbehagen.
Auf der Brücke reitet man die Aura von furchtlosen Männern im Sturm und Wind auf Segelschiffen um Kap Hoorn, ohne Ahnung davon zu haben.
Auf der Brücke träumt man hauptsächlich von fernen Ländern und von fremdem Gold, von Reichtum und von Macht über andere. 
Auf der Brücke träumt man von Befehlsgewalt über Menschen und Natur und von dem Schein der Gerechten und der Unfehlbaren.
Auf der Brücke träumt man von der Ewigkeit und fühlt sich, wahrscheinlich, weil man dort etwas höher über dem Meeresspiegel als die anderen, nah an Gott oder fast wie Gott.
Manche von diesen Brückenhelden glauben sogar fest daran, Götter zu sein.
Manchen von diesen Argonauten, die träumen manchmal so viel und so intensiv, so verbissen, so konsequent und irreal, dass sie sogar entgegenkommende Fahrzeuge nicht mehr wahrnehmen, dann gibt es nur Kleinholz, manchmal sogar Toten und ein böses Erwachen.
Denn am Ende des Traums erwacht man mit einem kaputten Schiff, auf der Helling der Münzenfelder Werft bei Cuxhaven, zum Beispiel. 
So viel zum nautischen Dienst und manchen schneidigen Gondolieres.
In diesem Fall aber traf den Kapitän der MARIKA, der auf gar keinen Fall ein Träumer war, keine Schuld, die Schuld an der Kollision lag einzig und allein bei den Finnen.
Nix geschieht ohne Grund, alles, was sich in unserem Leben bewegt, ist von Gott gewollt und vorgesehen.
Die Wege Gottes sind unergründlich und mysteriös.
Seine Gründe sind für uns Sterblichen verschleiert, rätselhaft und unerklärlich, darum leben wir auf Gottvertrauen, denn alles, was mit uns und um uns geschieht, hat einen Sinn und ist von Gott auch so gewollt.
Die Kollision der MS MARIKA, in der Ostsee mit einem finnischen Dampfer geschah, meines Erachtens nach nicht umsonst und war göttlich gesteuert.
An dem Donnerstag ging ich mit meinen Freunden entgegen unserer Gewohnheiten von der Seefahrtschule übern Deich in die Stadt.
Wir wollten zwar wie jeden Donnerstagnachmittag, mal längst durch die Dörfer ziehen, normalerweise fingen wir aber immer in einer Kneipe unweit der alten BUMA-Kaserne an. Wir waren nie, aber wirklich noch nie, übern Deich in die Stadt gegangen, wir hatten vielmehr immer den kürzesten Weg gewählt, und der war bei der alten BUMA-Kaserne.
An dem Tag war es anders, wir gingen übern Deich, das war irrational und kontraproduktiv, denn der Weg war lang und daher sinneswidrig, für mich war es Schicksal, es war eine Vorsehung.
Es war der rätselhafte Weg Gottes, der mich, aus welchem Grund auch immer, aus der Fischerei weghaben wollte.
Somit wollte ER mir den für mich bestimmten Weg in der Handelsfahrt zeigen.
In dieser Hinsicht besteht für mich kein Zweifel, ER ließ uns übern Deich gehen, damit ich die MARIKA hoch auf der Helling der Münzenfelder Werft sehen konnte und ich mich sofort in sie verliebte. 
Warum aber der alte HERR hoch im Himmel, um mich auf seine Wünsche aufmerksam zu machen, dabei zwei Schiffe fast zu Schrott fahren ließ, wird mir immer ein Rätsel sein.
Warum tat ER das?
ER hätte es mir auch sagen können, oder?
ER weiß ja, wo ich bin.
Aber nein, megaloman, wie Götter manchmal sind, ER musste es krachen lassen, um mich auf seinen Willen aufmerksam zu machen, sonst wäre er wahrscheinlich gar nicht zufrieden gewesen.
Wie auch immer, Tatsache aber ist, dass ich, als ich die MARIKA auf der Helling sah, wusste, dass sie mein Schiff werden würde und, dass meine Zeit bei der Hochseefischerei und bei der Seefahrtschule zu Ende war.
Als ich mit meinen Freunden darüber sprach, erklärten die mich zwar für verrückt, sagten aber nichts anderes dazu.
Mit dem Kapitän des Schiffes hatte ich schon gesprochen, ich hätte auf der MARIKA anheuern können, sobald ich das Kümo Maschinisten Patent gemacht hatte und so geschah es auch, es ging sogar so ziemlich flott vor sich hin.
Wir standen damals kurz vor den Osterferien, und eine Prüfung war gerade für die Tage vorgesehen, ich meldete mich mit noch ein paar Kollegen zur Prüfung und wir bekamen das Befähigungsscheinzeugnis ausgehändigt.
Damit fuhr ich 45 Jahre zur See, ich schaffte es sogar bis zum technischen Inspektor und zur Schiffsbauaufsicht, nicht nur in Holland, sondern auch in den VS und in Deutschland.
So sei es ein für alle Mal klargestellt: Es bedarf keines großen Patents, um Mist an Bord eines Schiffes und auf See bauen zu können.
Es bedarf wirklich keiner allzu großen Intelligenz oder Begabung, um Mist im Leben machen zu können.
Bei manchen, wie bei mir zum Beispiel ist es angeboren, bei anderen dauert es etwas länger und viele andere müssen sogar dafür zur Schule gehen, anders würden die noch nicht mal das gebacken bekommen.
Diese Letzten müssen Jahre studieren, viel Geld investieren und ihre Hirnhaut bis zur vollkommenen Erweichung strapazieren, um auf unser geistiges Niveau zu kommen.
Bei mir und vielen anderen ist das ein normaler Zustand, wir sind Naturtalente und assimilieren daher schnell und zuverlässig all die Zusammenhänge der Logik in einer Anlage oder Struktur und können deren Funktionen sofort wahrnehmen.
Wir analysieren die Funktionen einer Anlage und tragen wesentlich dazu bei, deren Effizienz und Wirkungsgrad zu steigern, indem wir Verbesserungsvorschläge anbringen.
Die große Mehrheit der Reedereiinspektoren an Land sehen so was nicht, das ist schlimm, denn so fangen nämlich auf See die Probleme an.
Viele dieser Hochpatentierten mit dem Doktor oder dem Dip.-Ing.-Appellativ vorweg sehen die Unerfahrenheit ihrer modernen fahrenden Mitarbeiter nicht, weil sie selbst höchst unerfahren sind.
Falls sie solche Missstände wahrnehmen, manchen wollen sie nicht sehen, nicht wahrhaben, und das hat viele Grunde.
Manche tun es nicht, weil sie mit dem Arsch an Land sitzen und sich einen Dreck scheren, was mit den anderen an Bord geschieht.
Viele andere mehr stellen sich blind und taub, weil alle an ihrer Karriere basteln, und gehen lieber mit dem Strom des angeblichen wirtschaftlichen Diktats der Reeder, als in Ungnade zu fallen.
Der eine bequeme Sessel und das Büro auf einer höheren Etage des Hauses, das einem eisernen Kreuz, egal wie viele Menschenleben das gekostet haben mag, gleichkommt, ist besser als ein Leben als die ewigen Laufbursche der Meere.
Die Erfahrenen unten denen, die unterwerfen sich dem Diktat der Reeder und ihren Kommanditisten, weil sie keine andere Wahl haben, denn entweder sie spielen mit oder die sind weg vom Fenster.
Diese Letzten sind in meinen Augen die Schlimmsten von allen, denn sie wissen es besser, jedoch aus lauter eigenen Interessen und Feigheit halten sie die Klappe und spielen weiter mit.
Sogar die Versicherungen und P&I-Clubs haben das gemerkt und schreien nach besser ausgebildeten Fachkräften, weil das Spiel langsam zu teuer und nicht mehr tragbar geworden ist.
Wen aber sollen die neuen Generationen ausbilden, die Dozenten von heute?
Diese modernen Seefahrtzwitter, die gerade nach dem Erwerb des Schiffsmechanikerbriefes, und in manchen Fällen sogar nach nur einer kurzen Zeit als Praktikant an Bord eines Schiffes nach acht Semestern an einer Seefahrtschule als Dozenten in derselben Anstalt bleiben?
Vergiss es, denn wenn all diese Leute up to date wären, dann hätten wir gar keine flatulenzähnlichen Lamentos vonseiten der Versicherungen, den P&I-Clubs und neuerdings, man höre und staune, auch noch von der VDSR dazu, nicht wahr?
In all diesen Sachlagen gibt es am Ende ein böses Erwachen, spätestens dann, wenn alles an Bord zusammenbricht, merken sie, dass da etwas schief gelaufen ist, und schreien um Hilfe.
Die langen Listen von Schiffshavarien im Maschinenbereich aus den letzten paar Jahren sind haarsträubend.
Der Eigenarten der Motorhavarien, die tagtäglich in die Lloyds List aus London, wo letztendlich alles gemeldet und peinlich genau analysiert wird, die sprechen Bänden und bringen tagaus, tagein sinnflutartiges Wasser auf meine Mühlen.
Die Meisten der Havarien zeugen nämlich von der Unerfahrenheit und dem Mangel an praktischem beruflichem Können vieler Offiziere.
Sie sind das beste Beispiel, um zu beweisen, dass fast alle Havarien hätten, wenn vorher erkannt, verhindert und an Bord mit Bordmitteln behoben werden können.
Andersrum gesehen: Manche Schiffe wären besser gebaut worden, wenn erfahrene Schiffsbauaufsichter zugegen gewesen wären
5.7.11 09:16


Aus Manuskript n°3 "DIE WERFT" SKL Komarno Slowakei.

… Es dauerte noch fast zwei Monate, bis die Werft mit dem Zusammenbau des Rumpfes fertig wurde. Im Maschinenraum waren alle Motoren und Aggregate in Position und die Elektriker und Rohrverleger gingen zügig ihrer Arbeit nach.

An ihrer Arbeit gab es so weit nichts zu beanstanden, denn sie arbeiteten nach einem Schema, das manchmal schwer einzuhalten war, das war aber so weit in Ordnung.

Das war es nicht, was mir Kopfzerbrechen bereitete. Was mir wirklich langsam stank, war die Art und Weise, wie einige der Herren der Übergabekommission mit mir umzugehen versuchten.

Ihre Arroganz ging mir langsam auf den Geist, und obwohl ich kein Porzellan zerbrechen wollte, merkte ich, wie meine Geduld mit denen fast verbraucht war und dass es sehr bald zum Eklat kommen würde.

Hinzu kam, dass der technische Oberinspektor der Reederei ein Arschloch war.

Ein Arschloch oder ein, seinem CI zum Trotz, inkompetenter arroganter akademischer Opportunistentrottel − oder beides.

Nein, inkompetent war der Mann ganz bestimmt nicht, denn außer seinem CI-Befähigungszeugnis, das er hatte, ein leitender Ingenieur auf großer Fahrt also, war der Gute auch lange Zeit als GL-Inspektor tätig gewesen.

Er wusste also, wo es längs zu gehen hatte, nur praktische Erfahrung hatte der gute Onkel nicht, denn der war nur ein Jahr selbst als Meister auf Kümos zur See gefahren, ein hochpatentiertes, hocheingebildetes akademisches Greenhorn also.

Den hatte ich ganz besonders auf dem Kieker, denn hochpatentierte, hocheingebildete akademische Primaten mit CI mag ich nicht, und besonders dann nicht, wenn die Unglücklichen meine Vorgesetzten sind.

Eine Vorkost, mit was für sonderbaren ideenreichen Schiffssonderlingen ich bei der Übergabekommission zu tun hatte, und wie unüberlegt aus welchem Grund auch immer mein Vorgesetzter in Ostfriesland war, bekam ich eines Tages bei einer der wenigen Zusammenkünfte, die mit dieser Kommission, die ich bis dahin hatte, stattfand.

Denen hatte ich natürlich nicht alle meinem Restpunkte gegeben, denn ich wollte sie erst an dem fertigen System nochmals kontrollieren, einen davon aber doch.

Sie alle wussten auch, dass ich mehrere Restpunkte nach Deutschland faxte, denn ich musste immer das Faxgerät der Werft benutzen, weil meine Reederei es für nicht nötig gefunden hatte, uns ein Faxgerät zur Verfügung zu stellen. 

Denen waren daher meine Reklamationen also bestens bekannt. Die hatte ich aber der Kommission noch nicht offiziell zukommen lassen, deshalb konnten sie nicht von sich aus mit mir darüber reden.

Darüber aber hatte ich mit meinem Vorgesetzten bei der Reederei gesprochen, und er hatte immer kurz und bündig alles versucht zu zerstören, der Hund wusste genau, dass ich recht hatte, er wollte aber nichts davon hören.

Darum hatte ich ihn auf den Kieker.

Denn je mehr er sich gegen meine Reklamationen stemmte, desto neugieriger wurde ich: Mir war einfach unbegreiflich, warum er es tat. 

Als an Deck dem Süll für die Ladelukendeckel aufgestellt wurde, zum Beispiel, merkte ich, dass alle Kästen, in denen die Laderaumleuchten ihren Platz finden würden, von Deck aus nicht zu erreichen waren.

Man hatte anstatt der mit Flügelschrauben versehenen abnehmbaren Deckel mit einer einfachen Stahlplatte gewechselt, sodass ich mich fragen musste, wie man zum Teufel noch mal dort eine Leuchte hätte wechseln können.

Da machte ich also einen Restpunkt daraus und kurz darauf kam es zur Konferenz mit der Kommission.

Zusätzlich wollte ich auch die Aluminiumblenden, die die Lampen im Laderaum von Bulkladung schützen, und die sich auf der MS DUISBURG schon bewährt hatten, auch anbringen lassen.

Die Kommission aber stellte sich stur an und teilte mir unmissverständlich mit, dass das wohl die beste Lösung war.

»So, das ist also euer Intelligenzquotient«, sagte ich laut genug, sodass mich auch jeder im Saal hören konnte.

»Was soll denn euren erhabenen Gehirnen nach eine Besatzung tun, wenn eine Leuchte im Laderaum zu wechseln ist? Fliegen?«

»Ach, was denn, Herr Parpaiola, was soll denn das hier? Wir sind doch nicht blöd, mit dem Kran selbstverständlich,« meldete sich einer der Herren in der Runde der Besserwissenden zu Wort.

»Wie bitte? Und wer zum Teufel sind Sie denn eigentlich,« fragte ich, während ich mir den Debütanten in der Runde ins Visier nahm.

Es gab da auch einige andere Bagaluten am Tisch, die ein unverschämtes Lächeln auf der Fresse hatten, und die gingen mir ganz besonders auf den Geist.

»Ich bin von der Kostenkalkulationsbrigade,« antwortete der junge Mann mit spottisch-überheblicher quietschender Stimme.

»You bloody what?«, fragte ich nicht gerade freundlich gestimmt.

»Wir haben einen Arbeitskäfig entworfen, mit dem Kran kann ein Mann dann die Leuchten reparieren oder die Lampe austauschen«, belehrte mich der Architektenarsch mit triumphaler Stimme.

Diesen Werftbagaluten dachten tatsächlich, mich in die Zange genommen zu haben und wollten, indem sie mich in Törn hart anfassten, keine Zeit zu denken geben, die Armseligen. 

»You bloody what!«, rief ich noch mal überrascht, weiß der Geier, warum gerade auf Englisch, als ich mir das anhörte.

»Meinem Herren, lasst mich bitte erst mal sehen, ob ich richtig kapiert habe. Also, um eine 1500-Watt-Halogenleuchte am Süll des Laderaums zu wechseln, muss ich also, Euch Experten zufolge, erst mal einen 36 Tonnen hydraulischen Kran klarmachen. Dann den Affenkäfig darauf hängen und wenn ich Pech habe, dass zwei Leuchten, eine am Ende und eine am Anfang des Laderaums kaputt gehen, muss ich sogar wegen zwei Scheiß Halogenfunzeln, beide 36-Tonnen-Kräne klarmachen lassen. Sagen Sie mir bitte: Spinnt ihr alle oder wollt ihr mich verarschen?« Fragte ich außer mir vor Wut, aber mit der süßesten, unschuldigen Engelsstimme, die ich hatte. Ich ließ aber nicht locker, denn ich wollte ihre eigene Verhandlungstaktik anwenden, das Ganze war zu köstlich.

»Ein Affenkäfig also. Und was für ein Affenkäfig soll es denn sein, ihr Seefahrtsexperten,« fragte ich den konsternierten Architekten voller Neugier.

Auf meine Frage, während die anderen Mitglieder der Kommission sich nicht mehr muckten, zeigte mir der Schiffsarchitekt eine Skizze.

Seine Vorstellung eines Affenkäfigs, um Halogenfunzeln zu wechseln, lag nun vor mir.

Die peinlich genau nach dem geltenden UVV, so wie er mir versicherte, gebaute Konstruktion war aus Nirosta, die reinste slowakische Handwertarbeit, das stand außer Frage, das war auch nicht das Thema.

Den GL-Segen stand dafür noch nicht ins Haus, der wäre aber auch bald gekommen, ließ man mich auch wissen und am Ende der Skizze stand eine Zahl: 1.200 DM.

»1.200 DM also kostet der Affenkäfig«, fragte ich.

»Es handelt sich um Nirosta, billiger geht es nicht«, antwortete mir der arrogante Werftkostenarithmetiker kleinlaut.

»So, billiger geht es nicht, also, das bezahle ich aber nicht«, antwortete ich.

»Wieso denn nicht? Was wollen Sie denn eigentlich, ein Schiff umsonst?«, fragte mich der unglückliche Werftpenunzenrechner gereizt.

»Den Affenkäfig werde ich nicht bezahlen, weil ihr, meine Herren, mir die Möglichkeit geben müsst, jeden Teil dieses Schiffes gefahrlos zu erreichen.

Dazu gehört in diesem Fall der Affenkäfig. Es ist nicht ein vom Reeder, den ich hier repräsentiere, Extrawunsch, sondern euer Entwurf, daher auf eure eigenen Kosten zuzustellen und von euch kostenlos zu liefern. Apropos, wo, zum Teufel noch mal, wollt ihr dieses Ding hier sicher an Bord anbringen? An Deck? Da gibt es keinen Platz, im Laderaum erst recht nicht. Wohin damit, meine Herren? Überlegt euch das Mal schön, ich geh mittlerweile ein Bier trinken. Und bestellen Sie bitte meinem besserwissenden Vorgesetzten in Ostfriesland, der so etwas akzeptiert hat, schöne Grüße von mir − und sagen Sie ihm bitte, dass er mich mal kreuzweise am Arsch lecken kann, denn verarschen kann ich mich selber, arrivederci.«

Das sagte ich denen und ging nochmals herzlich grüßend aus dem Saal.

Kurz danach rief ich das Taxi an und ging in die Ring-Bar.

Nein, ich war nicht arrogant gewesen, ich hatte mich nicht überheblich benommen, ich war nur sauer. Sauer über ihren unverschämten Umgang mit mir, ich war sauer und beleidigt zugleich.

Ohne die Mimose spielen, zu wollen war ich stinksauer, ich war wütend. Die Scheißkerle dachten wirklich, verstärkt durch die eigensinnige Arbeitsweise des Oberinspektors in Ostfriesland, es hier mit einem Dummkopf zu tun zu haben und mir, meinen beruflichen Erfahrungen zum Trotz, vor die Füße pissen zu können.

Sie dachte wirklich, es mit einem, der sich vor seinen Vorgesetzten bückt, wie all die anderen Kollegen sich auch krumm machen, zu tun zu haben. 

Kollegen, die bei den Werften dieser Welt wie Idioten dagestanden haben und dastehen, weil der Herr Inspektor hinten ihren Rücken seine eigenen Vorstellungen geltend machen wollte, ohne sie vorher über seine Änderungen zu informieren oder seinen Anweisungen an die Werften denen, seinen direkten Mitarbeitern vor Ort auf der Werft, zukommen zu lassen.

Jedem das Seine, mit mir ging das aber nicht, denn dem wollte ich sowieso, gerade aus solchen und ähnlichen Beweggründen, irgendwann gehörig und gebührend in den Arsch treten. 

Daher war ich weder arrogant noch überheblich mit der Übergabekommission gewesen, ich hatte denen lediglich mit allen guten Gründen dieser Welt das zurückgegeben, was sie mir unberechtigterweise gegeben hatten, nämlich lauter verachtende Respektlosigkeit, mehr nicht.

Nur das Motiv von so viel Dämlichkeit aus Ostfriesland war mir noch nicht klar.

»Was haben sich denn diese Leute hier auf der Werft wohl dabei gedacht?«, überlegte ich, als ich kurze Zeit später wieder auf meinem Katastropheneinsatzbarhocker in der Ring-Bar saß.

Dumm waren sie nicht hierzulande, ganz im Gegenteil, die Herren, die ich als Übergabekommissionäre hatte, auch nicht, die dachten natürlicherweise an die Werft, die dachten an die Karriere, die dachten, was auch nicht mehr als richtig war, an sich und an ihren Arbeitsplatz.

Mussten denn die Arschlöcher aber dabei mich in meiner Arbeit durch die Blume beleidigen und versuchen, mich zu bescheißen?

Oder waren die wirklich so dämlich zu denken, dass ich vor dem Oberarschloch in Ostfriesland Angst gehabt hatte?

Nein, das konnte ich nicht zulassen, und falls das so weitergegangen wäre, so würde ich eines Tages schnurgrade bei dem Generaldirektor der Werft an die Tür klopfen und die gesamte Übergabekommission ablehnen und den obersten Boss in Ostfriesland über die Missstände an Bord des Schiffs per Fax informieren.

Denn mit arroganten urdummen Vollidioten, seien sie aus Deutschland oder aus der Slowakei oder aus Ungarn stammende Seefahrtszwitter, mit denen arbeite ich nicht.

In der Kneipe war die nette Köchin auch da. Im Lokal war noch Ruhe angesagt, und so gab ich für sie und Karl einen aus.

»Menschenskind«, dachte ich mir, »da ist sie, die einkaufende, die kochende, die bumsende Tante, die ich mir suchen will«, dachte ich wie vom Blitz getroffen, als ich die lustige Frau anpeilte. »Und wirklich gut kochen kann die alte Sau auch«, dachte ich mir noch. »Und schlecht sieht sie auch nicht aus«, protokollierte ich noch hinzu.

Was mich aber letztendlich meine Meinung ändern ließ, war die Tatsache, dass die Frau schon über dreißig war und ganz bestimmt keinen Opa-Komplex hatte. Ganz im Gegenteil, die hätte mich rucki, zucki alle gemacht. Darum hielt ich vorsichtshalber in dieser Beziehung die Klappe und bestellte stattdessen eine neue Runde Borowischkas.

Damit war für den Tag alles gelaufen, ich blieb noch fast den gesamten Nachmittag ruhig vor mich hindenkend und saufend in der Kneipe und ließ die Welt hinter mir links liegen.

Zum Abendbrot aß ich einen Teller Bohnensuppe und gab noch eine Runde aus, danach ging ich nach Haus, fernsehen, und ich wusste schon im Voraus, dass ich bestimmt vor der Glotze eingeschlafen würde.

»Kurba, Franco, denen hast du es aber gestern gegeben«, grüßte mich Jan, als er gegen 9 Uhr zum morgendlichen Kaffee bei mir ins Büro kam.

»Ich wollte keinem von euch den Kopf waschen, Jan, aber ich war sauer. So was geht doch nicht, was sind denn das für Idioten? «

»Meine Kollegen sind auch nur Angestellte. Du hast aber recht, das ist doch ein Witz − aber von deinem Vorgesetzten akzeptiert.«

Während er sprach, schenkte ich ihm eine Mock des gerade aufgebrühten Kaffees ein und gab sie ihm. Ich wollte noch was sagen, als mein Kollege von nebenan auch kurz bei mir ins Büro kam.

Mit dem Jungen hatte ich nicht viel zu tun gehabt, wir hatten uns nur ein paar Mal in der Ring-Bar getroffen, wo er den gleichartigen Karl besuchen kam.

Ich wusste, dass er eine Freundin auf der Werft hatte und dass zwischen den beiden mehr als nur ein Strohfeuer lag. Der bekam auch einen Kaffee verpasst und ich zündete mir eine Zigarette an.

»Ich hab gehört, dass du gestern die halbe Übergabekommission zertrümmert hast, Franco, was war denn da los?«, fragte er mich sichtlich amüsiert.

»Du weißt aber auch früh am Morgen alles«, konterte ich und lächelte.

»Vergiss nicht, wer meine Freundin ist, Franco, das wusste ich bereits gestern Abend schon. Im positiven Sinne bist du Werftgespräch, mein Lieber, alle Achtung, so was passiert hier nicht jeden Tag. Was war denn da los, erzähl doch mal,« bat er.

Ja, ich wusste, wer seine Freundin war, sie war nicht anders als jene junge Frau, die meinem Restpunkten für die Werft annahm und meine Faxen nach Deutschland zur Reederei losjagte.

Der Junge war ein Schiffsbautechniker, diplomiert mit dem ganzen Pipapo und der praktischen Erfahrung, die jeder junge Mann machen muss, wenn er Lust und Spaß an der Arbeit und einen Vater hat, der als Schiffsbaumeister in leitender Funktion auf einer Werft tätig ist und der ihm dabei mit Rat und Tat hilft.

Also, der Junge war ein Fachmann.

In telegrafischem Stil erklärte ich ihm mit ein paar Worten die Geschichte von den Halogenleuchten und was sich die Helden so dabei gedacht hatten, und er hörte sofort auf, zu lächeln.

»Einige Leute hier auf der Werft, so wie manche in Deutschland, die haben doch den Arsch auf! Lasst uns in den nächsten Tagen ein paar Bier zusammen trinken, ich muss jetzt los, ich hab Kommission. Tschüss.« schlug er noch vor, bevor er losging.

Jan trank auch seinen Kaffee aus und ging ebenfalls grüßend weg. Ich blieb allein und hatte nichts zu tun, daher schenkte ich mir noch einen Kaffee ein, legte meine Füße auf den Schreibtisch und rauchte genüsslich meine Zigarette zu Ende. Erst danach ging ich in die Werkshalle zu meinem werdenden Schiff.

29.5.11 19:36


UND FRÖLICH GRÜßT DER PLEITEGEIER.


Zu Lande, zu Wasser und in der Luft, von Experten und politischen Söldnern, von der VDR, von Seefahrtscharlatanen und Seefahrtszuhälter alle Gattungen und Credo, von Gewerkschaftlern und sonstigen Demagogen, man hört seit einiger Zeit, immer das gleiche Lied.
In Deutschland mangelt es an Fachkräfte.
Meine Güte, das ist wirklich eine Cassandra Botschaft, die da herumgeschmettert wird.
Das mag auch so sein, vielleicht ist es ja sogar so.
Nur das Horizontale Gewerbe scheint hierzulande, nicht unter Nachwuchsmangel zu leiden, die sich mit klarem Blick und ohne Furcht vor Arbeitslosigkeit in die Zukunft schauend, die vorzüge der Vollbeschäftigung erfreut.
Das ist aber auch nur zum Schein so, denn diese Werte sind statistisch auch verschönert worden und dienen nur als Augenwischer und Schönwetter Verbreiters.
Denn die Dame des Horizontalen Gewerbe, wenn man den Annoncen der Tagespresse glauben schenken darf, scheinen auch nicht voll ausgelastet zu sein.
Denn, nur wer nicht viel zu tun hat, nicht vollausgebucht ist und wenig Geld in der Tasche hat, der sucht zwangsläufig nach Arbeit, um über die Runde kommen zu können.
Eine befreundete Nutte von mir beklagte sich vor einigen Tagen über die Knauserigkeit ihre Kunden.
»Arbeit gäbe es ja genug.«  Erklärte sie mir, nur richtig bezahlen, wollten all dem alten Ferkeln nicht mehr. »Nur du bist einigermaßen großzugig Franco, aber auch nur ein oder zwei Mal im Jahr, wenn überhaupt, Du alter fauler Sack. « 
Sie klagte, dass viele ihre Kunden nicht mehr bereit waren für gerechte Leistung den gerechten Lohn zu zahlen.
Manche von denen hatten seit langen schon auf Einmannbetrieb umgestellt und waren kurze Hand, auch in diesem spezifischen Fall, selbstständig geworden.
Ihre Kunden wollten nicht mehr viel Geld ausgeben, aber sie wollten immer mehr Leistung für wenig Geld haben.
Das war ihr Problem, ihr tagtäglicher Kampf um die Miete, um das tägliche Brot, ums Überleben.
Hinzu kam natürlich die erbarmungslose Konkurrenz der osteuropäischen Damen, die aufgrund offener Grenzen und kompetenter marktwirtschaftliche Führung, sich flächendeckend über das ganze Land verbreitet hatten.
»Die Nutten aus Asien und Osteuropa, sie bumsen uns mit ihren Dumpingpreisen fast an die Wand und wir haben nicht zu beißen! Ich habe aufgegeben und lebe nur noch von dem Wohle, und um besser über die Runden zu kommen, bumse ich nur noch Schwarz ein bisschen herum und damit hält sich das, « erklärte sie mir eines Tages, als wir uns rein zufällig in eine Kneipe trafen.
Großer Gott, hierzulande neuerdings, treibt man sogar die Nutten in den wirtschaftlichen Ruin, indem man sie, „Schwartzbumsend“ unten Deutsche Dächer ziehen lässt, und zur Sozialhilfe zwingt.
Man hat also nicht nur Deutschland ausgeplündert, große Teile der Bevölkerung in die Insolvenz und in die Armut getrieben, nein, das wäre nicht deutsch gerecht gewesen, es wäre nicht deutschperfekt. 
Man hat, um es Perfekt zu machen, den Menschen als solche, jeden Enthusiasmus genommen, ihn am Boden zerstört, ihn in eine Zwangslage getrieben, ihn in die Schuldenfalle gelockt und mit dem Versprechen, ihn bald schuldenfrei zu machen, auf Jahre hinaus, einfach versklavt.
Das ist deutsch gerecht, das ist deutschperfekt.
 Um es noch vollkommener, zu machen, denn auch das wäre nicht deutsch genug gewesen, hat man auch die Nutten des Landes zu Leibeigenen erklärt und ihnen jeder würde genommen.
Das ist bismarckdeutsch, das ist Deutsche Effizienz!
Während aber meine befreundete alte Nutte sich über der immer groß werdenden Konkurrenz, über sinkende Honorare und längere Arbeitszeiten sich beklagt, in anderen Gewerben des Landes scheint es an Fachkräften zu mangeln.
Eine zurechtgemachte Anthologie aus verschiedenen Meinungen und Theorien, aus der sogenannten Fachpresse, feinsäuberlich präsentiert, posaunt in die Welt, dass in Deutschland nicht genügend qualifizierten Fachkräften zu finden sei.
Sogar im kaufmännischen Bereich, so hört man, mangelt es an angehenden, führenden Köpfen, an Akademiker des Wissens und des Könnens.
Noch nicht mal mehr in Dienstleistungsbereich findet man qualifizierte Pizzalieferanten und Fensterputzer mehr.
Namenhafte Analytiker und Prognostiker des Landes geben sogar kund, dass der totale Zusammenbruch der bestehenden Infrastrukturen des Landes unmittelbar bevorsteht und, der Degenerierung der Werte, der moralische und geistige Zerfall der Bevölkerung, die Überfremdung Deutschlands und Untergang, der Christlichen werten, sich naht.
Fuck, was vor Apokalyptischen Perspektive, die Zukunft uns waltet.
So zusagen, pro Vita Futura, lässt man also den heutigen Menschen in die Armut und ins Elend, einen Harz IV Diktat, ohne Aussicht auf Besserung, einfach vegetieren.
Man lässt sie vegetieren, damit die noch nicht geborenen Generationen, falls sie jemals geboren werden, genau so weiter und ohne Perspektiven, auch ohne Zukunft also, wie die meisten ihre Vorfahren heute, auch nur vor sich hin, in der behördlichen Versklavung, dahinleben können.
Das kommt doch irgendwie bekannt vor, oder?
Denn all die heutigen Sparmaßnamen sollen ja nur der weiteren Fortzahlung von Harz IV, für zukünftige Arbeitslose sichern.
All den Scharlatanen solche sinistere Prophezeiungen und befürworte härtere Sparmaßnahmen aber, sind die gleichen, die diese Zustände, sei es durch Inkompetenz, sei es durch kurzsichtige Ignoranz, oder persönlichen Interessen, ermöglicht haben.
Denn, in dem Letzten zwanzig und mehr Jahre, sei es an Land, so wie in der Seefahrt, gab es, aus Geldsucht und wohlüberlegtes Kalkül der Betriebe und Reedereien, nur Kosten dämpfende, eigennützige Entscheidungen.
In den oberen Industrieetagen zum Beispiel, dort wo das politische und sozialwirtschaftliche Schicksal Deutschlands beschlossen wird, entschwand nämlich die Lust neue Fachkräfte auszubilden.
Die Elite Schulen, die Alma Mater des Landes, sie scheinen auch nur noch Wirtschaftsargonauten und politischem Gehirnamputierten, die das Land in der Wirtschaft Ruin treiben und zum großenteils, schon getrieben haben, zu gebären.
Folge dessen also: Es fehlt angeblich überall an geeigneten und aufrichtigen Fachkräften, nicht wahr?
Gleichzeitig aber können vielen Jugendlichen die eine Lehrstelle suchen, keine finden und landen, von der Langeweile getrieben, von den Schulbänken aus, auf die Straße in der Gosse der Kleinkriminalität.
Persönlich versuche ich immer noch zu begreifen, warum um die Zehntausend voll ausgebildete Facharbeiter, monatlich nach Übersee auf nie mehr Wiedersehen, aus Deutschland abhauen, wenn hierzulande gute Fachkräfte gesucht werden.
Ich versuche immer noch zu, kapieren, wie es dazu kommt, dass hierzulande, die von euch, Amigos der politischen Zunft und Gewerbe, schlecht ausgebildeten Fachkräften, in Ausland begehrte hoch qualifizierte Fachleute sind.
Habt ihr eine Erklärung, wie es dazu kommt, dass, innerhalb weniger Flugstunden, so eine Metamorphose, von Halbtrottel, zum vielbegehrter und hochwillkommen Fachleute, stattfinden kann?
Überdies, hierzulande gibt es auch regelrechte Kopfjäger aus Übersee, die, auf der Suche nach noch mehr angeblich schlecht ausgebildeten Fachleute, quer durch das Land gierig weiden.
Sogar auf Jahrmärkte und auf ländliche Kirmesfesten haben die Kopfjäger, wie den Kartoffelpuffer und Currywurst Verkäufer es auch tun, ihren Stände aufgebaut.
Sie bieten ihre Informationsbroschüre an, sie fragen nach den angeblich schlecht ausgebildeten Arbeitskräften, die hierzulande keine haben will und siehe da, sie werden fündig.
Mit hervorragenden Karrieren und der Versprechung auf bessere Lebensqualität in Ausland jagen die Kopfjäger aus Übersee, nach alles, was an aufrichtiger und anständiger Fachleute, hierzulande noch herumläuft, und das, sogar auf dem Kirmesplätze des Landes, verdammt noch mal.
Was dem Kopfjäger, an wissenschaftlichen, kaufmännischen, handwerklichen und medizinischen Fachkräften, vor das Lasso kommt, wird gefangen und nach Übersee verfrachtet.
Denn die brauchen gute Leute, und hierzulande gibt es (noch) jede Menge davon, und viele, zu viele junge Familien lassen sich bereitwillig einfangen.
Warum wird denn die Deutsche Industrie nicht fündig?
Persönlich scheint mir, dass in das Land der Dichter und Denker, ein zeitgemäßer, eine verfeinerte, sibyllinische, moderne Version der bismarckschen Massensklaverei wieder entstanden ist.
Oder, je nach Betrachtungsweise oder Gesinnung, immer noch gegenwärtig ist.
Nämlich, die das Unterdrücken der Masse, im Namen des persönlichen Besitztums und Ansehen für eine kleine, fragwürdige, sogenannte elitäre Minderheit.
Oder viel genauer formuliert: im Namen des Geldes und des Reichtums, für eine Handvoll Edelmänner, Großgrundbesitzer und Politikaster, damals unten Bismark; und einem, als Reedern oder Industriemanagers, als Akademiker und Schwarzgeldwäscher oder als Politiker getarnte Wirtschaftsschlawinerbande, heute.
Frei nach dem Motto: Man nehme ein wenig, von jedem Einzelnen der vielen weg, und man gebe das Weggenommene viel, zu den Wenigen; werden hierzulande neuerdings, immensem Geldsummen eingebunkert und in Ausland, am Fiskus vorbeideponiert.
Arbeit gibt es ja in Deutschland genug, für Langzeit, hoch qualifizierten arbeitsloser Fachkräfte und Spezialisten, sehr viel Arbeit sogar, aber fast nur Beschämende und entwürdigenden, 1 Euro-Jobs.
Erwachsene Männer werden somit im Herzen Europas, in dem Sogenannten hochindustrialisierte Exportkanone Deutschland, fast zu Sklavenarbeiter degradiert, wobei, die, die es können, die wandern aus.
Was ist das eigentlich für ein Land, das seine besten Leute auswandern lässt und nicht in der Lage ist denen, zu Hause im eigenen Land, eine gebührende Arbeit zu bieten?
Sogar den jüngeren Freundinnen meiner befreundeten alten Nutte, glauben, dass es an der Zeit ist, auszuwandern und bumsend durch die Weltbotanik, zu ziehen.
Es ist absurd und töricht, es ist sogar tödlich für ein Land, wenn ihre beste Fachkräfte, um sich zu verwirklichen, auswandern müssen.
Gleichzeitig aber, wenn auch tödlich für die alte Heimat, neuen Lebenselan und bessere Zukunftsperspektiven bringend für die Menschen die es schaffen, aus dem sterbenden Vaterland, sich abzunabeln und auszuwandern.
Man weiß aber, wo all diese Menschen, diese Männer samt ihrer Frauen und Kinder sind, für ihre Angehörigen in Deutschland sind die jederzeit erreichbar.
Man kann den Ausgewanderten sogar in ihrer neuen Heimat besuchen und sich mit denen, über ihrem neuen Umfeld und deren gut bezahlten Job, mitfreuen.
Mir kommt es hier in Deutschland, langsam so vor, dass zum ersten Mal in die Gesichter der Menschheit, man erlebt, die Schlange der sich selbst auffrisst, weil sie keine anderen Schlangen mehr auffressen kann, oder wenn man will, frei nach dem Motto, „tertium non datur“ nicht mehr darf!
Davon abgesehen, man weiß aber wo all diese Wirtschaftsemigranten aus dem sterbenden Deutschland sind, sie Leben, sie sind physisch da.
Bei uns in der Seefahrt ist es anders.
Bei uns sind urplötzlich um die Einhunderttausend und mehr Seeleute verschwunden.
Sie sind aus nirgendwo her, nach irgendwo abgedampft, die sind nirgendwo angekommen, die sind nirgendwo zu finden, und keine Sau kümmert sich darum.
Die sind einfach verschwunden, kein Schwein weiß wohin, oder weiß zu erzählen oder zu sagen, was mit denen geschehen worden ist oder, wo die, zum Teufel noch mal, geblieben sind.
Noch nicht mal in dem Computer der Heuerstelle Hamburg, als arbeitsuchende Seeleute eingetragen, sind die ausfindig zu machen, sie alle, sind aus dem bundesrepublikanischer Mikrokosmos, einfach verschwunden.
Sie sind weg und niemand weiß, wo oder wann meine Seefahrtskollegen und Kameraden verloren gegangen sind.
Seit Jahren schon, nämlich seit dem Tag, wo die Heuerstelle Brake dichtgemacht würde, veröffentlicht die Heuerstelle Hamburg im Internet die Verfügbarkeit des seemännischen Arbeitsmarktes und da gibt es nicht mehr, zu holen.
Von heute auf Morgen verschwanden plötzlich all den Freien Stelle die, die Heuerstelle, bei der Arbeitsamt Brake, zu vermitteln wusste.
Ab dem Tag laut Bundesanstalt für Arbeit, gab es ja keine arbeitslosen Seeleute mehr.
Es gib auch keine freien Stellen mehr, seit Langem schon, telefonische Anfragen nach offenen Stellen für Offiziere und Mannschaften der Seefahrt, an den Heuerstelle Hamburg, werden mit einem klaren Nein, abgespeist.
Die Internetseite der Heuerstelle erhält fast oder oft und gern, gar keine Arbeitsangebote mehr, man findet nur noch Hinweise für Arbeitsuchende in Ausland und laute nutzlose lauwarme Hirngespinste Ratschläge, von irgendeinem Onkel nah an dem Verband der Deutsche Reeder Mafia.
Von den Amigos der Verband Deutsche Reeder werden auch keine Deutsche Seeleute mehr gesucht.
Nada Zero, tote Hose vom feinsten also!
Diesen ehrenwerten Mitgliedern vom Verband deutscher Reeder, wo bei man  darf nicht vergessen, dass manche diese Ehrewerte Amigos,   ehemaligen Waterclerks sind, Schiffagentenlaufburschen also die über Nacht zum Reeder wurden, kontrollieren insgesamt, eine der modernsten Seehandelsflotten der Welt, mit über 6 Millionen Tonnen.
Das sind um die Dreitausend Schiffen.
Diese Flotte wurde fast ausschließlich mit öffentlichen Steuergeldern finanziert, Vater Staat wollte damit Arbeitsplätze auf See sowie an Land schaffen und gleichzeitig auch die Existenzen der Werften sichern.
Das war die Ursprungsidee, und die hätte, wenn richtig angewandt, auch einwandfrei funktioniert und hätte Wohlstand und Arbeit für hunderttausend von Menschen gebracht.
Sogar das politische Rückgrat des Landes wäre in die Welt verstärkt rausgekommen und da gestanden.
Eine Handelsflotte kann und sollte man auch als einen Teil von nationaler Sicherheit und Abwehrpotenzial betrachten, nicht wahr?
Die Amigos der Verband Deutsche Reeders Clique ließen aber ihre, von dem Steuerzahler bezahlten Gurken, fast ausschließlich im billigeren Ausland bauen, und brachten den ganzen Zirkus unten Billigflaggen.
Das alles, wenn auch im Ausland, weil billig gebaut, bei gleich bleibender, nach den Deutschen Standards berechnetem Endpreis der Gurke, nichts wahr?
Während gleichzeitig die deutschen Werften, so wie der Vulkanwerft in Bremen, zum Beispiel, reihenweise in dem Konkurs gingen, schmückten sich die Mitglieder der VDR mit neuen Schiffen, Made in China, Korea, Polen und der Slowakei.
Neuerdings aber auch in Vietnam, so wie man hört und liest, werden Deutsche Schiffe gebaut, warum denn eigentlich nicht?
Die vietnamesischen Werften, die sind ja gerade ein paar Flugstunden von Deutschland entfern und sind, so wie ein Großreeder es vortrefflich ein Mal formulierte, näher dran, als man denkt.
Weil keine Sau sich die Mühe macht nach die verschwundenen Seeleute zu suchen, heuerte der VDR, aus Teufel kommt heraus, immer mehr Schiffsoffizieren und Mannschaften, aus Ost Europa und aus dem Pazifik an.
Dabei gaben sie die Suche nach ihren ehemaligen, verschollenen Mitarbeitern einfach auf und kümmerten sich nicht mehr darum.
Nicht nur das, im Laufe der letzten fünf oder sechs Jahre, bis auf die 800 oder 1000 Seeleute, die noch da sind, verschwanden auch noch all den anderen, einheimische Seeleute.
Nicht nur das, einige VDR Mitglieder, anstatt nach der eigener verschwundenen, zur See fahrenden Landsleute zu suchen, bewiesen in ihrer Not Beste deutsche organisatorisches Talent und Scharfsinn.
In ihre Not und von vaterländlichen Gefühlen getrieben, errichteten sie sogar Ausbildungsstätten für Schiffsarbeitskräfte in einigen den Pazifik Inseln an, um gleich dort vor Ort, ihren zukünftigen Schiffsbesatzungen auszubilden.
Nicht nur das, diese als VDR Mitglieder getarnte Seefahrtskorsaren und Wirtschaftsfreibeuter, bildeten so gut und so viele Seelaute aus, dass die sogar an anderen VDR Reedereien, für Bares natürlich, ganzen asiatischen Besatzungen weitervermitteln könnten.
Für mich persönlich, das ist nichts anderes, als einem fortschrittlichen, zeitgemäßesten Sklavenhandeln, verdammt noch mal.
Gewollt von einer Regierung, der auf Kosten der Steuerzahler, andere Arbeitskräfte als dem Eigenen befürwortet.
 Dies alles ist, ohne, immer und immer wieder, der ohnehin schon genug Malltraktierte und verraten deutscher Verfassung, in Betracht zu ziehen, einfach kriminell und erbärmlich.
Das heißt aber auch, dass hierzulande, ohne aufzummucken, der Steuerzahler auch noch zahlt, damit man ihn arbeitslos macht, nur in Deutschland ist so was möglich, nur hier und sonst nirgendwo anders auf der Welt.
So ganz nebenbei gesagt, ob diesem gesamten Paket aus Subventionen und zuschustern von Steuergeld, für die Seefahrt, die so wie von dem VDR Mitglieder Clique auf ausländische Werften vergeudet worden ist, als verfassungskonform zu betrachten wäre, vermag ich zu bezweifeln.
Ich bin sogar der Meinung das all diese Abschreibungen und Subventionen und Abschreibungen für die Seefahrt, ein Fall für den Staatsanwalt wegen Missbrauch von öffentlichem Geld wäre.
Da kümmert sich sowieso keine Sau drum, jemand sollte sich aber drum kümmern, und zwar schnell!
Anderen Mitgliedern dieser ehrenwerte Verein, der sich Verband Deutsche Reeder nennt, machten es sich nicht so unanständig, denn sie sind heimatverbunden.
Heimatverbunden und vor allem, viel intelligenter und viel studierter, als all den einfachen Waterclerks, die der Courage haben, sich Reeder, zu schimpfen.
Manchen diese neuen Großreeder bekundeten in alle Winde, ihren Patriotismusgeist, indem sie, einen ganz Neumodischer, als „Sea Academy“ Getarnten und von Staat subventionierten, Suppenkaspertheater, ins Leben riefen.
Eine andere heimatverbundene Gattung des bekennenden Deutsche reedertum hatte da, um seiner Verwurzelung in seinem heimatlichen ostfriesischen Boden kundzugeben, eine bessere Idee.
Er, der, weil heimatverbunden, sich zu seinen heimatlichen Wurzeln noch mehr bekennt, und gerade eben, weil er, so verwurzelt in seinem heimatlichen Wurzeln ist, packte das Problem anders, als all die anderen, und direkt an den Wurzeln an.
In Gilde mit einigen anderen Zeitgenossen bekam der Herr eine geniale Idee, ein Geistesblitz also.
Um das Vaterland aus der Patsche zu helfen, kauften sie, mit der verpflichtenden patriotischen Macht des öffentlichen Geldes, ein Schiff.
Nämlich die „Walter Herwig“ und bildeten am laufenden Band an Bord des ehemaligen Fischereischutzbootes, junge Asiaten in der Zunft der Seefahrt, für die Deutsche Handelsflotte aus.
Es geschah gleich in Deutschland, oder besser gesagt in Ostfriesland, um genau zu sein, in Leer, selbstverständlich in Leer/Ostfriesland.
Nun aber, nachdem so viele asiatische Seeleute hierzulande und in ihren Herkunftsländer, von deutschen Kapitänen ausgebildet worden sind, laut Fachpresse sind die Havarien auf See fast ins Unendliche gestiegen.
Wat ein Wunder!
Ja was denn?
Wer hat denn all den Seelords aus dem Pazifik ausgebildet?
Der Heilige Geist vielleicht?
Oder waren etwa, nicht von den VDR ausgesuchten deutschen Kapitänen an Werk?
Was soll denn all dem Gelaber und das Gejammer also?
The Blind is leading the Blind, or what the Fuck is all of the sudden, going on around here?
Von dem Tag an und auf Jahre hinaus fingen viele meinen Kameraden noch schneller, noch Rasante und unheimlicher als vorher, zu verschwinden.
Von einem Kameraden weiß man zu berichten, dass als er nach einem langen Seetörn, mal kurz zur Reederei zu Berichterstattung ging, sehr freundlich und mit viel Lob für seinen Einsatz, empfangen wurde. 
Dort sagte man ihm aber nicht, dass auch er  bald zu den als verschollen zählende und geltende Seeleute zählen würde.
Man sagte ihn auch nicht, dass die schriftliche Benachrichtigung über seine baldige Verschollenheit schon zu ihm nach Hause mit der Post unterwegs war.
Bevor der Mann nach Hause in den Urlaub fuhr, sagte man ihn auch noch, wann er wieder an Bord seines Schiffes hätte sein sollen und man wünschte ihn eine gute Heimreise und einen erholsamer Urlaub.
Als er zuhause ankam, lag seine Kündigung im Briefkasten.
Er klagte auf Wiedereinstellung, weil seine Kündigung durch Nichts zu rechtfertigen war.
Er gewann, er wurde wieder eingestellt.
Ich hätte nicht geklagt, ich hätte, so wahr ich hier sitze und schreibe, ohne Wenn und Aber, das gesamte verdammte Reedereigebäude in Leer/Ostfriesland, bei grellem Sonnenschein in die Luft gejagt.
Der VDR rühmt sich auch, neue Generationen von angehenden Schiffsoffizieren, dass von Vater Staat, mit bis zu 25.000 € pro Nase subventioniert werden, Auszubildenden, so wie man neulich in der Glotze sah bei Butten und binnen, auf die Schiffe der Beluga Reederei, auch am Laptop, ausbilden.
Die gleichen Menschen also, die nicht in der Lage waren, asiatische Seeleute, welchen von Haus und von Geburt aus, mit dem Meer und der Seefahrt verbunden sind, richtig auszubilden, versuchen nun ihr Glück, an das Heimatliche Seefahrtnachwuchs.
Alleluja.
Persönlich würde ich meinem Sohn, in die Hände solcher Versager niemals geben.
Hier aber, um den Wahrheitswillen wäre auch zu sagen, dass nach der Ausbildung zum Schiffsmechaniker fast keine, der vom Staat subventionierten Auszubildenden, nach bestandener Prüfung, ein Heuervertrag als Schiffsmechaniker bekommt.
Ab dem Moment also, wo Vater Staat nicht mehr zahlt, werden osteuropäische oder asiatische Schiffsfachkräfte, weil viel Billiger, bevorzugt und angeheuert.
Oder wie war das noch?
Ab dem Moment also, wo die jungen angehenden Schiffsoffizieren ihre erste Hürde, den Sprung zum Schiffmechaniker geschafft haben, werden, weil die für die Amigos der VDR zu teuer, nicht eingestellt.
Andersrum, junge Steuerleute oder Ingenieure ohne allzu viel Berufserfahrung, aber mit einem Seesack voller Guten vorsetze und Hoffnungen, nach ihrer Schulzeit haben Probleme haben, eine Ersteinstellung zu finden.
Das gilt auch für Jungkapitäne und leitende Ingenieure, den Leitenden Offiziere aus dem Osten sind einfach Billiger und als Sklaven viel flexibler und geeignet als ihren Deutschen Kollegen.
Osteuropäische oder asiatische Schiffsoffiziere sind zum Ersten billig, und zum Zweiten, und ab hier, meine ehrenwerten Amigos der Deutsche Reeder Mafia, der Teufel, der sollte euch wahrhaftig und tatsächlich hole, sie haben mehr Erfahrung.
Und dieser verdammte VDR Mafia hat auch noch die verwerfliche Unverschämtheit zu sagen, dass keine gut ausgebildete Seeleute, mehr gibt.
What the Fuck is all of a sudden going on around here?
Die paar Seefahrtschulen, die hierzulande noch übrig geblieben und noch offen sind, gebären auch nur noch so um die Zweihundert neue Offiziere pro Jahr, wenn überhaupt.
Mit dieser Handvoll Hochstudierte angehende leitende Offiziere, ohne praktische Erfahrung zur Verfügung, falls noch ein Krieg ausbrechen sollte, kann man nicht viel tun.
Die VDR-Mafia wäre in so einem Fall, noch nichts mal imstande genügend Schiffstonnage dem Bund zur Verfügung zu stellen, um das Land mit Scheißhauspapier, um die öffentlicher Scheißhäuser des Landes zu versorgen, das steht jetzt schon fest.
Und lasst uns hoffen, dass zwischen Deutschland, Russland, oder Polen bloß nicht Böses geschieht, sonst klauen uns noch die Russen oder die Polen auch noch die gesamte verdammte Flotte weg, denn die sind nämlich schon an Bord, dann gib es in Deutschland überhaupt kein Klopapier mehr, verdammt noch mal.
Sie sind nämlich schon lange, da, denn sie sind an die Plätze der Einhunderttausend Seeleute, die ich seit lange schon vermisse, zu finden.
Nicht nur das, ein Reeder, hatte sogar einem russischen Personalchef bei sich’s ins Haus geholt.
Nicht gegen russische Seeleute, denn die sind wahre Fachleute, gut vorbereitet und nicht arbeitsscheu, in dieser Hinsicht sind sie alle in Ordnung.
Kein Seemann hat etwas gegen einen anderen Seemann, es ist immer so gewesen, und solange auf diese Erde, Ozeanen, Meeren und Schiffer geben wird, wird es immer so sein.
Mit einigen russischen Kameraden bin ich sogar gut befreundet gewesen, viele davon sind aber auch russische Marineoffiziere in leitender Stellung gewesen.
Einige sind es immer noch; ja, so ist es, daher so glaube ich, dass es hier doch; etwas des Gutes zu viel sei, denn gegenseitigen Respekt und Anerkennung ist ein Ding, nationale und europäische Sicherheit ist ein anderes, denn ab da hört nämlich der Spaß auf.
Damals ende der 90er Jahre an Bord eines deutschen Schiffes unter Antigua Flagge, mit Heimathafen Hamburg, hatte ich eine Pioniereinheit Offizier aus der russischen Armee, als Motormann bei mir im Maschinenraum gehabt.
Er war aber auch ein Diplom Ingenieur noch dazu, und so ganz nebenbei, ein sehr guter Mensch, war er auch noch.
Einer russischer noch aktiver Fregatten Kapitän in Urlaub als erster Steuermann kenne ich auch.
Den habe ich an Bord eines Schiffes, das zwischen Houston Texas und dem Osten Südamerika fuhr, kennengelernt.
Er pflegte auf Deutsche Schiffe während seiner Ferien, denn er hatte, daheim in Sankt Petersburg sehr gute Beziehungen, Geld für sein neues Haus, das er bald bauen wollte, zu verdienen.
Während seiner Dienstzeit bei der Russische Marine war er anderswo beschäftigt, er pflegte nämlich, Proform natürlich, in dem Nord Atlantik nach NATO oder US Navy U-Booten, auch Deutsche, zu jagen.
Einem russischen U-Boot Kommandanten und einen Korvetten Kapitän, habe ich auch als erste Steuermänner auf deutschen Schiffen gekannt.
Einigen ehemalige Mitarbeiter der Russische Ministerium für Inneren, Angelegenheiten, meistens Fahrer und sonstiges „Low level“ Personal, aber auch. 
Vergiss dem blöden Ivan, dem gib es nicht, der Ivan ist, beim Leibe nicht blöd, der ist groß im Denken, genau so groß wie der Amerikaner, ... und in vielen insichten, so sei es mir erlaubt, es doch zu sagen verdammt noch mal, genau so bescheuert.
Die russischen Geheimdienste, dank der geldgierigen Kurzsichtigkeit manchen VDR ehrenwerten Amigos und deren politischen Helfershelfer, die wissen nun alles.
Der Irrsinn an der ganzen Geschichte ist, das dem Ivan, um an dieser geballte Industrie Spionagewissen zu gelangen, der würde sogar von den VDR „Amigos Patrioten“, auch noch, dafür bezahlt.
Dann habe ich recht also, wenn ich, in meine Bücher sage dass hier: Ein Haufen von Vollidioten ist am Werk!
So gesehen ja, nicht wahr?
 Der Ivan, so bin ich mir sicher, hat dieser Art von Industriespionage, bestimmt nicht als all zu spannend gefunden, dafür aber, ganz bestimmt, umso lustiger.
 Besonders dann, wenn man auch noch von einem Haufen von Vollidioten, noch dafür einigen Maßen gut, bezahlt wird!
Insofern weiß der Ivan also, nun alles über die Logistik der deutschen Seefahrt, der weiß, wo wer was kauft, und welche Kanäle und Verbindungen man da benützt.
Welche Kanäle, benützt werden würden falls etwas zu verdienen wären und er weißt auch, wie die aktiviert werden, und bei wem und warum, der weiß wer, wo was bezahlt, und wo das Geld in Ausland fließt.
Der Ivan, der kennt auch die Schwule und die Lesben unter euch, sehr geehrte Damen und Herrn der Deutsche Reeder Verband Clique.
Er weiß auch, wer von Euch fremd geht und mit wem, seit wann, und wie ihr es am liebsten treibt.
Denn der hat nun, die gesamte Infrastruktur der Seefahrtindustrie, und somit, das Herz des deutschen Transportwesens samt euren, Fremdenbetten, Bars und Puffbesuche, kartografiert und fotografiert.
Der einstige russische Personalchef einer deutschen Reederei, der weiß nun auch all das Wissenswerte, von vielen Mitarbeitern aus vielen Reedereien, und er kennt auch all das Wissenswerte, über Reederei-Infrastrukturen hierzulande.
Auch der Dienstgrad als Offizier der Reserve und möglichen Spezialausbildung bei der Bundeswehr, den Deutschen Kapitäne und Offizieren des Reeders, sind dem Ivan, dank der Gedankenlosigkeit einigen VDR-Amigos, bestens bekannt.
Macht euch keine Illusionen VDR-Amigos, denn der Ivan der weiß wirklich alles über euch.
Der weiß, wer unter euch korrupt ist und wer seine eigene Suppen, im Rahmen eine Reederei von Kommanditisten, für sich selbst kocht.
Der weiß auch, wofür das Geld verwendet wird, wo sie bleibt, und bei wem.
Deswegen jeder von euch, VDR Clique Amigos, ihr alle, alle wie ihr da seid, ihr seid infolgedessen, erpressbar.
Demgemäß, für Schlüsselstellungen, die zu dem nationale Sicherheit zugeordnet werden können, nicht geeignet, und weil erpressbar, äußerst gefährlich!
Soviel zu Verfassungskonformität der chaotischen Zustände, die ihr, VDR Mafia, durch eure Geldgier und unverschämte Unersättlichkeit, über das Land, die Bewohner und der Seefahrt, gebracht habt. So viel zu nationaler Sicherheit, was habt ihr denn euch eigentlich dabei gedacht, ihr VDR Mafia Patrioten!
Eine Frage hätte ich noch!
Wo zum Teufel nochmal sind meine Kameraden geblieben, die noch nicht in Rente gehen können, weil noch zu jung, bei dem Heuerstall in Hamburg gemeldet, sind die nämlich nicht?
Wo sind sie denn?
Hier auf der ersten Etage des Seemannsheims hier in Bremen sind sie auch nicht, denn hier, hausen nur wir, die „Glorreiche vierzehn“.
 Auf der Zweiten und der dritten Etage des Hauses gastieren gelegentlich Ost Europäer oder Asiaten auf dem Weg nach Hause oder zu den Schiffen, aber kein Einziger der Einhunderttausend verschwundene deutsche Seeleute.
Manchmal sehen wir ein paar Touristen oder irgendeinen Kegel Verein auf Entdeckungstour durch Bremens Kneipen, hier vorbei schauen, meine einhunderttausend Kameraden aber nicht.
Oder sind sie vielleicht alle, als ewige Gäste, bei euerem Kompagnon, dem Onkel Harz IV ihrem Unterschlupf und Gnadenbrot gefunden?
Wo sind die denn, habt ihr vielleicht, eine Ahnung, wo die sein könnten?
Saludos Amigos der Verband deutsche Reeder Clique.
Ssa voscenza Benedica, Baciamu li mani a Vossia

13.4.11 16:50


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung